
Der Zoo informierte über den Tod des Jungtieres Jingeri. Warum genau das Koala-Mädchen in der vergangenen Woche starb, ist bisher nicht klar.
Es seien Entzündungen in Nieren und der Leber des Tieres gefunden worden, sagte ein Sprecher der Wilhelma. Man wolle sich erneut äußern, wenn man mehr wisse. In dem Zoo gibt es erst seit Sommer 2023 Koalas. Er hatte vier der Tiere für seine neue Landschaft "Terra Australis" erhalten. Zwei Männchen und zwei Weibchen wurden damals von der australischen "Dreamworld Wildlife Foundation" abgegeben. Neben Stuttgart gibt es diese Art nur noch in drei weiteren deutschen Zoos. "Koalas sind extrem schwer zu bekommen, weil sie nicht einfach zu halten sind", sagte damals Zoodirektor Thomas Kölpin.
Jungtiere sterben an Atemwegserkrankungen
Bereits bei der Anschaffung der Tiere hatte die Wilhelma mitgeteilt, sich mit den Koalas an einem Zuchtprogramm beteiligen zu wollen. Im Juni 2024 waren dann Borobi und Jimbelung geboren worden. Beide Tiere wurden aber nur etwas über ein Jahr alt. Zuerst starb Jimbelung im August vergangenen Jahres an einer Atemwegserkrankung. Ende Dezember folgte das andere Jungtier Borobi. Der Koala-Junge hatte eine langwierige Lungenentzündung, wie der Zoo damals mitteilte.
Beim Tod von Borobi hatte die Wilhelma noch hoffnungsvoll auf Jingeri als neuen Nachwuchs verwiesen. Nun ist auch sie gestorben. Damit sind alle Jungtiere tot, die im Stuttgarter Zoo geboren wurden.
Koala-Weibchen eingeschläfert
Außerdem musste eines der beiden erwachsenen Koala-Weibchen namens Scarborough im Januar wegen einer deutlich schlechter werdenden Gesundheit eingeschläfert werden. Später wurde eine schwere Blutarmut bei dem Tier festgestellt. Damit leben nun noch drei erwachsene Koalas in der Wilhelma, zwei Männchen und ein Weibchen.
Bakterielle Infektionen festgestellt
Laut dem Zoo wurden bei den drei zunächst gestorbenen Koalas Bakterien der Gattung Bordetella festgestellt. Bei den beiden Jungtieren seien diese ursächlich für die schweren Lungenentzündungen gewesen. Zum Tod des Koala-Weibchens hieß es vom Zoo: "Ob ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Bordetellen und der bei ihr festgestellten Anämie besteht, kann weder bestätigt noch ausgeschlossen werden." Unklar ist auch, ob es bei dem jüngsten Todesfall ebenfalls eine Infektion mit Bordetellen gab. Die verbliebenen Tiere werden laut dem Zoo vorerst weiterhin in der "Terra Australis" zu sehen sein.
Diese Nachricht wurde am 27.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
