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StartseiteSternzeitGalaxiencrash in der Lokalen Gruppe 27.04.2020

Nur eine Galaxie bleibt zurückGalaxiencrash in der Lokalen Gruppe

Das Universum ist voller Galaxien, gewaltiger Sternansammlungen ähnlich der Milchstraße. Seit knapp einhundert Jahren wissen die Fachleute, dass diese Systeme unabhängig und losgelöst von unserer Milchstraße existieren.

Von Hermann-Michael Hahn

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So wird die Andromeda-Galaxie in den nächsten vier Milliarden Jahren immer näher an die Milchstraße heranrücken und schließlich mit ihr verschmelzen (NASA)
So wird die Andromeda-Galaxie in den nächsten vier Milliarden Jahren immer näher an die Milchstraße heranrücken und schließlich mit ihr verschmelzen (NASA)

Galaxien zeigen einen Trend zur Gruppenbildung: Sie stehen meist in großer Zahl zusammen und bilden so ganze Galaxienhaufen mit mehreren hundert oder gar tausend Einzelgalaxien. Solche Haufen ihrerseits formen gewaltige Superhaufen.

Die Milchstraße gehört zum Randbereich des Virgo-Superhaufens, dessen Zentrum rund 65 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Jungfrau liegt. Aber selbst in dieser Randlage ist sie nicht allein, sondern bildet mit zwei anderen großen und etlichen kleineren Galaxien die "Lokale Gruppe", wie Astronomen sagen.

Die Galaxie NGC 6052 entpuppte sich als System zweier einander durchdringender Galaxien und zeigt damit die ferne Zukunft des Systems Milchstraße/Andromeda-Galaxie an (ESA/Hubble)Die Galaxie NGC 6052 entpuppte sich als System zweier einander durchdringender Galaxien und zeigt damit die ferne Zukunft des Systems Milchstraße/Andromeda-Galaxie an (ESA/Hubble)

Sie umfasst neben der Milchstraße und den beiden Magellanschen Wolken am Südhimmel noch die Andromeda-Galaxie im gleichnamigen Sternbild sowie die Triangulum-Galaxie im Sternbild Dreieck.

Außerdem haben die Astronomen mittlerweile mehr als 60 so genannter Zwerggalaxien entdeckt, die sich entweder zwischen den großen Galaxien bewegen oder gerade von ihnen verschluckt werden.

In ein paar Jahrmilliarden werden auch die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie miteinander kollidieren und schließlich zu einem großen System verschmelzen, das möglicherweise auch noch die Triangulum-Galaxie einbeziehen wird. Am Ende wird nur eine einzelne elliptische Riesengalaxie übrig bleiben.

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