Samstag, 08.05.2021
 
Seit 20:05 Uhr Hörspiel
StartseiteSternzeitObservatorien der Bronzezeit19.05.2000

Observatorien der Bronzezeit

Für die Menschen der Antike zählte Arktur im Sternbild Bootes zu den wichtigsten Sternen. Die Ägypter, Sumerer und Griechen spannen ihre Geschichten um den hellen, goldgelben Riesenstern. In frühen Kalendern wurden Auf- und Untergänge des Sterns festgehalten. Bauern richteten ihre Arbeit nach seinem jahreszeitlichen Weg über den Himmel. Und in der Bronzezeit, als die Seefahrer des Königs Minos die Geheimnisse des Nachthimmels erlernten, war Arktur besonders wichtig.

Gary Harrison

Ein Team schwedischer Wissenschaftler erforschte auf Kreta die Reste von etwa 4000 Jahre alten Observatorien. Die Ruinen befinden sich auf den wichtigsten Bergen der Insel. Wahrscheinlich waren diese Observatorien in der Zeit von 2000 bis 1600 v. Chr. in Betrieb. Deshalb mussten die Forscher Positionen von einigen hundert Sternen berechnen, die man dort zu jener Zeit beobachten konnte.

Die Wände der Observatorien waren auf ein nahes Wahrzeichen und auf die vier wichtigsten Auf- und Untergangspunkte von Arktur am Horizont ausgerichtet. Zwei dieser Punkte - Mitte Mai und Mitte Oktober - rahmten die Segelsaison der minoischen Seefahrer ein. Die Winkel der Wände schlossen perfekt jene Sterne ein, die für die Navigation im Mittelmeerraum wichtig waren.

Zur Zeit finden Sie Arktur in den Abendstunden hoch am östlichen Himmel. Er ist der hellste Abendstern in dieser Jahreszeit. Lassen Sie Ihre Gedanken um 4000 Jahre zurück schweifen - in die Zeit, als minoische Seefahrer lernten, sich an den Sternen zu orientieren und Arktur ihnen den Weg zeigte.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk