Mittwoch, 17. April 2024

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Koalitions-Kompromiss
Ökonom Fuest begrüßt Klima-Beschlüsse

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Fuest, hat mehrere der geplanten Maßnahmen der Ampelkoalition zum Klimaschutz begrüßt. Sowohl die Novellierung des Klimaschutzgesetzes als auch die Erhöhung der Lkw-Maut gingen in die richtige Richtung.

29.03.2023
    Clemens Fuest, ein Mann im dunklen Anzug, weißem Hemd und Krawatte mit schütterem blonden Haar, schaut ernst in die Kamera.
    ifo-Präsident Clemens Fuest (imago/Sven Simon)
    Die bisherige Regelung im Klimaschutzgesetz, dass bestimmte Sektoren CO2-Einsparziele erreichen müssen, bezeichnete Fuest im Deutschlandfunk dagegen als "Planwirtschaft". Besser sei es, dort mehr zu sparen, wo es am günstigsten sei. Wo genau das ist, müsse sich am Markt herausstellen, dafür sei der Zertifikate-Handel da. Wichtig sei, möglichst schnell die Bereiche Verkehr und Gebäude in den Handel einzubeziehen. Der CO2-Preis müsse jedoch schneller steigen.
    Die geplante Erhöhung der Lkw-Maut nannte Fuest "keine so schlechte Lösung", 43 Prozent der Maut würden von ausländischen Lkw bezahlt und man müsse sich keine Sorgen machen, dass es nicht genügend Lkw-Verkehr gebe. Für den Ausbau der Bahn sei Geld nicht ausreichend. Der Ökonom kritisierte, die Bahn sei "desorganisiert und sehr häufig verspätet".

    "Kosten der Klimaerwärmung massiv"

    Fuest sagte, die volkswirtschaftlichen Kosten der Klimaerwärmung seien massiv. Doch das habe wenig mit dem zu tun, "was wir hier in Deutschland mit den CO2-Emissionen machen". Die Kosten würden allein von den globalen Emissionen abhängen, primär vom Verhalten von China und den USA und der Frage, ob Brasilien den Regenwald abholze. Einen deutschen Einfluss auf das Weltklima sah Fuest in erster Linie durch den Export von Technologien in andere Länder. "Es gibt keine direkte Verbindung zwischen den Emissionen Deutschlands und dem Weltklima."
    Diese Nachricht wurde am 29.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.