Debatte um "Rente mit 63"
Ökonom Werding warnt vor Aufschnüren des Rentenpakets

Der Ökonom Martin Werding rät der schwarz-roten Koalition davon ab, das geplante Paket zur Rentenreform noch einmal aufzuschnüren.

    Der Wirtschaftsweise, Prof. Dr. mult. Prof. Dr. Martin Werding im Porträt
    Prof. Dr. Martin Werding (Archivbild) (picture alliance / Ute Grabowsky / photothek.de / Ute Grabowsky)
    Das Mitglied der Rentenkommission sagte dem Wirtschaftsmagazin "Capital", man habe sich mit dem Kompromiss bemüht, die Belastungen einer großen Reform für alle einigermaßen gleich auszubalancieren. Das Paket enthalte Zumutungen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Rentner und Selbstständige. Eine Gruppe wieder herauszunehmen, würde das gesamte Paket sprengen. Werding bezeichnete die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren als Sonderregel für Arbeitnehmer, die überdurchschnittlich viel verdienten. Der Ökonom gab zu bedenken, wer noch bereit sein solle, die Reform-Belastungen zu akzeptieren, wenn man Gutversorgten ihre Sonderregeln lasse.
    Um die oft als "Rente mit 63" bezeichnete Frührente war in den vergangenen Tagen eine Diskussion entstanden. Unter anderem mehrere Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sprachen sich dafür aus, diese beizubehalten. Der neue Unionsfraktionschef im Bundestag, Frei, betonte hingegen im Sender "Welt TV", hier gebe es keinen Spielraum.
    Diese Nachricht wurde am 04.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.