Offener Brief
Ökonomen fordern Obergrenze beim Ehegattensplitting - und mehr Unterstützung von Familien

Mehrere renommierte Wirtschaftsforscherinnen und -forscher schlagen vor, das sogenannte Ehegattensplitting zu begrenzen.

    Eine Hand kreuzt mit einem schwarzen Stift das Kästchen "Zusammenveranlagung" auf einem Formular an.
    Antrag auf Zusammenveranlagung ("Ehegattensplitting") bei der Steuererklärung. (picture alliance / dpa / Kai Remmers)
    In einem offenen Brief an die Bundesregierung heißt es, das heutige System begünstige vor allem Partnerschaften, in denen meist der Mann gut verdiene und die Frau nur wenig oder gar nicht arbeite. Mit der vorgeschlagenen Reform solle die steuerliche Entlastung von kinderlosen Ehepaaren stärker hin zu Familien mit Kindern verlagert werden. Weiter heißt es, Paare mit Kindern und Alleinerziehende profitierten im Durchschnitt, weil Kindergeld und Kinderfreibetrag stiegen. Kinderlose Ehepaare mit stark ungleichen Einkommen würden dagegen einen Teil ihres bisherigen Vorteils verlieren. Damit würde auch die zusätzliche Erwerbsarbeit des zweiten Partners attraktiver. Die Ökonomen warnen, Deutschland stehe angesichts des demografischen Wandels vor einem wachsenden Fachkräftemangel. Man könne es sich nicht leisten, Erwerbspotenziale ungenutzt zu lassen.
    Zu den Initiatorinnen gehört unter anderem die Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft, Schnitzer. Unterstützer sind unter anderem der Präsident des Ifo-Instituts, Fuest, sowie DIW-Präsident Fratzscher.
    Diese Nachricht wurde am 03.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.