Baden-Württemberg
Özdemir zum neuen Ministerpräsidenten gewählt

In Baden-Württemberg ist der Grünen-Politiker Özdemir zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden. Es ist das erste Mal, dass ein türkischstämmiger Politiker zum Regierungschef eines deutschen Bundeslandes gewählt wurde.

    Manuel Hagel (CDU, 2.v.r-l), designierter stellvertretender Ministerpräsident von Baden-Württemberg, gatuliert Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen).
    Özdemir wird Ministerpräsident von Baden-Württemberg (Bernd Weißbrod/dpa)
    Er erhielt im Landtag in Stuttgart 93 Stimmen. Die Koalition aus Grünen und CDU verfügt im Landtag über 112 Stimmen. Özdemir tritt die Nachfolge seines Parteikollegen Kretschmann an, der nach 15 Jahren aus dem Amt scheidet.
    Für die Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag schlug die AfD-Fraktion den CDU-Landesvorsitzenden Hagel als Gegenkandidaten vor. Dieser lehnte jedoch ab. Die Grünen hatten die Landtagswahl Anfang März knapp vor der CDU gewonnen. Beide Parteien kommen auf jeweils 56 Sitze. AfD und SPD stellen die Opposition. Die FDP war aus dem Landtag ausgeschieden, die Linke scheiterte ebenfalls an der Fünf-Prozent-Hürde.
    Özdemir wurde 1965 als Sohn türkischer Einwanderer im baden-württembergischen Bad Urach geboren. Zuletzt war er Bundeslandwirtschaftsminister in der Ampelregierung unter Olaf Scholz. In Baden-Württemberg setzt er nun eine seit zehn Jahren bestehende Koalition von Grünen und CDU fort.
    Diese Nachricht wurde am 14.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.