Rechtsextremismus
Offenheit für AfD wächst trotz steigender Radikalität: Politikwissenschaftler kritisiert Versuche die Partei rechts zu überflügeln

Der Extremismusforscher Gideon Botsch hat eine deutlich steigende Offenheit der Wähler für die AfD bei gleichzeitig wachsender Radikalität der Partei konstatiert.

    Prof. Gideon Botsch schaut nachdenklich nach rechts.
    Prof. Gideon Botsch, Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus am Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam (imago images / Metodi Popow / M. Popow via www.imago-images.de)
    Das Stigma, das mit einer Wahl der AfD verbunden sein könne, dürfte deutlich geschmolzen sein, sagte der leitende Politikwissenschaftler am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam der dpa. Die AfD habe unter anderem durch die schärfere Migrationspolitik der Bundesregierung und den klar erkennbaren Versuch, die AfD rechts zu überflügeln, mehr Anhänger gewonnen, erklärte Botsch unter Hinweis auf die Unionsparteien. Zudem nannte er in diesem Kontext Brandenburgs Ministerpräsident Woidke von der SPD. Eine solche Politik liefere eine scheinbare Bestätigung für die AfD und ihre Themen.
    Zuletzt hatten die Warnungen vor der Partei wieder zugenommen. Auslöser sind ihre Umfragewerte und im Zuge dessen Spekulationen über eine mögliche Übernahme der alleinigen Regierungsverantwortung der AfD in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl im Herbst.
    Diese Nachricht wurde am 18.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.