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Interdisziplinäre Untersuchung
Oft Gewalt und Vernachlässigung in DDR-Kinderheimen

Ein interdisziplinärer Forschungsverbund fordert eine umfassende Aufarbeitung von Heimkinder-Biografien in der DDR. Bis heute hätten sich weder die Gesellschaft noch eine ausreichende Zahl ehemaliger Einrichtungen der damit verbundenen Verantwortung gestellt, erklärten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Leipzig.

22.03.2023
    Eine Zeichnung eines Opfers, das als Kind im Durchgangsheim in Bad Freienwalde war.
    Eine Zeichnung eines Opfers, das als Kind im Durchgangsheim in Bad Freienwalde war. (dpa/ picture-alliance/ Patrick Pleul)
    Psychologen, Mediziner und Historiker hatten drei Jahre lang die Bedingungen und Folgen der Unterbringung in Kinderheimen und Jugendwerkhöfen der DDR erforscht. Dort waren schätzungsweise von 1949 bis 1989 bis zu 500.000 Kinder und Jugendliche untergebracht.
    Der Studie zufolge war die Kindheit der Betroffenen geprägt von emotionaler und körperlicher Vernachlässigung sowie von Gewalt. Die Autoren verwiesen auf anhaltende Folgen und forderten unter anderem Erleichterung von Akteneinsicht, um etwa das Beantragen staatlicher Unterstützungsleistungen zu ermöglichen.
    Diese Nachricht wurde am 21.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.