Religionen
OIDAC: Christentumfeindlichkeit in Deutschland wird unterschätzt

Die deutsche Öffentlichkeit unterschätzt nach Erkenntnissen einer österreichischen Nichtregierungsorganisation das Phänomen der Christentumfeindlichkeit.

    Ein Kreuz auf einer Kirche im Gegenlicht
    "Die religiöse Dimension wird gar nicht wahrgenommen." (picture alliance / dpa | Matthias Balk)
    Deutschland sei seit einigen Jahren eines der auffälligsten Länder, sagte die Leiterin der Wiener Dokumentationsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christinnen und Christen in Europa , Anja Tang. Christenfeindliche Straftaten seien in den letzten Jahren stark gestiegen, führte die OIDAC-Chefin aus. Laut eigenen Zahlen sei Deutschland vergangenes Jahr nach Frankreich das Land mit den meisten christenfeindlichen Vorfällen gewesen. In Hanau etwa sei während eines Gottesdienstes eine Kirche mit Stahlkugeln beschossen worden. Nachher hieß es, die Polizei ermittle wegen Sachbeschädigung und habe bisher keine Anhaltspunkte für einen religiösen Hintergrund. Die religiöse Dimension werde gar nicht wahrgenommen, weil dafür das Bewusstsein bei den Beamten, aber auch der politischen Elite fehle. Würde eine Synagoge oder Moschee beschossen, sei es indes sehr unwahrscheinlich, dass das so wenig Beachtung fände. Im Februar sei bei Protesten gegen ein katholisches Krankenhaus, das Abtreibungen ablehne, ein Schild mit dem Schriftzug: 'Die einzige Kirche, die erleuchtet sei, ist die, die brennt' gezeigt worden. Das sei ein mehr oder weniger unverhohlener Aufruf, Brandanschläge auf Kirchen zu verüben.
    Die OIDAC beobachtet die Lage seit mehr als zehn Jahren. Kritiker werfen ihr vor, Kriterien für christenfeindliche Straftaten bewusst weich auszulegen, um die Zahlen bewusst hochzuhalten.
    Diese Nachricht wurde am 26.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.