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Olympia 2018
Mit Hightech zu Gold

Suzanne Schulting hat den im Eisschnelllauf so erfolgreichen Niederlanden in Pyeongchang die erste Goldmedaille im Shorttrack beschert. Die WM-Dritte siegte im Wettbewerb über 1000 Meter - nicht ganz überraschend, denn im Training setzen die Niederländer auf Hightech.

Von Heinz Peter Kreuzer | 25.02.2018

Suzanne Schulting beim Eisschnelllauf-Finale der Frauen.
Suzanne Schulting beim Eisschnelllauf-Finale der Frauen. (imago sportfotodienst)
Historisches Gold. Der erste Olympiasieg für die Niederlande im Short Track. Suzanne Schulting gewann neben Gold außerdem Bronze mit der 3000 m-Staffel. Die 20-Jährige ist die Überraschung im niederländischen Team.
Ihr Landsmann Sjinkie Knegt gehörte dagegen zu den Mitfavoriten. Der amtierende Weltmeister über 500 und 3000 m gewann in Pyeongchang letztendlich Silber über 1500.
Suzanne Schulting gewinnt Gold im 1000 m Short Track-Rennen.
Suzanne Schulting gewinnt Gold im 1000 m Short Track-Rennen. (imago sportfotodienst)
Beide sind die einzigen Olympioniken, die Samsungs SmartSuit einsetzen dürfen. Aber nur im Training, im Wettkampf gilt der maßgeschneiderte Rennanzug als "digitales Doping".
Der niederländische Bundestrainer Jeroen Otter hat den Anzug mitentwickelt und erklärt die Grundidee: "Im Spitzensport geht es um Details, um Millisekunden und im Short Track geht es um Millimeter. Je tiefer man hockt, desto mehr Kraft entwickelt man und umso schneller wird man."
Schulting schwört auf das Trainingsgerät
Aber welche Tiefe ist ideal? Das wurde bislang vpn den Trainern immer nach Gutdünken entschieden. Jetzt könne man von genauen Messungen profitieren, behauptet Coach Otter.
"Wir haben fünf Sensoren im Anzug und können mit Hilfe einer App in Echtzeit messen, wie tief der Sportler sitzt. Gleichzeitig können wir dem Athleten ein Vibrationssignal senden, tiefer zu gehen."
Der niederländische Short Track-Trainer Jeroen Otter.
Der niederländische Short Track-Trainer Jeroen Otter. (imago sportfotodienst)
Der Testlauf der niederländischen Konzerntochter des südkoreanischen Technologieunternehmens bei Olympia ist geglückt. Die junge Short-Trackerin Schulting schwört auf das Trainingsgerät.
Gelungener Praxistest in Pyeongchang
Man könne direkt erkennen, ob man tief genug sitze und entsprechend reagieren. So könne man sich schneller verbessern. Nach dem gelungenen Praxistest in Pyeongchang wird das auch für den Mutterkonzern interessant.
Schließlich gehören Südkoreas Short Tracker zur absoluten Weltspitze. Auf diesem Niveau geht es um jeden Millimeter, wie Trainer und Entwickler Otter erkannt hat.