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Olympische Sommerspiele 2020
Finanzalarm in Tokio

Eigentlich wollte Japan das Musterbeispiel eines verlässlichen, bescheidenen Olympiaausrichters werden. Nachdem erst der Stadionplan wegen zu hoher Kosten verworfen wurde, warnt jetzt ein Expertengremium vor der Kostenexplosion für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Von Marina Schweizer | 29.09.2016
    Ein indigoblaues japanisches Karomuster aus unterschiedlich großen Rechtecken auf weißem Grund, die im Kreis angeordnet sind.
    Die Kosten für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sind offenbar schon jetzt auf ein Vierfaches der ursprünglichen Schätzung gestiegen. (imago sportfotodienst)
    Finanzalarm in Tokio. Japanische Experten und Politiker warnen: Die Kosten für die Olympischen Sommerspiele 2020 seien schon jetzt auf ein Vierfaches der ursprünglichen Schätzung gestiegen. Die Experten sind Teil einer Kommission, die Tokios neue Gouverneurin zum Amtsantritt eingesetzt hatte. Die Gruppe sollte prüfen, ob Steuergelder angemessen investiert werden.
    Niemand da, der die Finanzen kontrolliert
    Jetzt warnte die Expertenkommission davor, dass die Kosten auf über 26 Milliarden Euro ansteigen könnten. Der Leiter des Gremiums sagte: Es gebe überraschenderweise niemanden, der die Finanzen kontrolliere.
    Damit steht Tokio vier Jahre vor Olympia vor weiteren Planänderungen, nachdem bereits der ursprüngliche Entwurf der Stararchitektin Zaha Hadid für das Olympiastadion wegen der Kostenexplosion verworfen und durch einen günstigeren ausgetauscht wurde. Unter anderem steht der Vorschlag im Raum, mehr Sportwettkämpfe aus Tokio auszulagern und statt schicker neuer Wettkampfstätten eher bestehende zu nutzen.
    Spiele sollten eigentlich sparsam sein
    Die Spiele in Tokio sollten pünktlich zum Stichtag der IOC-eigenen Agenda 2020 vorbildlich sparsam sein. In dem Reformpapier geht es unter anderem darum, künftig bescheidenere Spiele mit weniger Kosten als bisher auszurichten. Hinter diesem Anspruch bleibt der Ausrichter nun wohl zurück.