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StartseiteCampus & Karriere"One World - One Vision"26.05.2005

"One World - One Vision"

Internationale Studentenwoche der TU Ilmenau

Religion, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung stehen im Mittelpunkt der Workshops der Internationalen Studentenwoche in Ilmenau (ISWI) unter dem Motto "one world - one vision". Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt lud ein zum kritischen Streifzug durch das deutsche Hochschulsystem.

Von Susanne Arlt

Altbundeskanzler Helmut Schmidt (AP)
Altbundeskanzler Helmut Schmidt (AP)
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ISWI 2005 "One World - One Vision"

" I came to see how other people live, other students to meet, other cultures to meet. So we can expand some ideas of our own and share the other ideas with other participants … I came here first of all I like Germany, I wanted to visit it, learn more about the culture of Germany and to practise my german language … I came to have fun an visit Germany. "

Es gibt viele Gründe, wieso die 328 Hochschüler aus über 50 Ländern nach Thüringen gereist sind, um an der Internationalen Studentenwoche der Technischen Universität in Ilmenau teilzunehmen. Die einen interessieren sich eher für den kulturellen Austausch. Andere möchten ihr Deutsch verbessern und das Land kennen lernen. Oder sie wollen einfach nur Spaß haben und sich vergnügen. Doch eines haben sie trotzdem gemeinsam: Sie wollen sich gegenseitig verstehen. Das Motto der diesjährigen Konferenz heißt "one world - one vision" - übersetz: eine Welt, eine Vision. Doch nicht alle Teilnehmer konnten sich sofort mit dieser Idee anfreunden, sagt ISWI-Sprecher Oliver Fügen:

" Na ja, es klingt so nach Einheitsbrei, nach Vereinheitlichung, nach: Wir möchten, dass alle den gleichen Blick auf die Welt haben, also gerade das, was wir nicht wollten. Wir wollten schon mit dem Motto anregen und viele Teilnehmer haben dann auch gesagt, "one world - one vision" ist ein schönes Motto, mit einem Fragezeichen dahinter würde es vielleicht auch so den Kern treffen. "

Doch von Einheitsbrei kann keine Rede sein. Die TU Ilmenau bietet den Teilnehmern 24 Workshops an. Religion, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung stehen im Mittelpunkt. In der Arbeitsgruppe Religion geht es beispielsweise um Wertevermittlung. Die Studierenden sollen erarbeiten, ob man aus unterschiedlichen Religionen gemeinsame Werte ziehen kann. Im Workshop "Zivilgesellschaft" machen sie sich Gedanken darüber, warum Kriege stattfinden, obwohl auf der Welt Millionen von Menschen auf die Straße gehen und dagegen protestieren. Hochkarätige Referenten veranschaulichen die Diskussionen. Heskel Nathaniel und Ziad Darwish sind nach Ilmenau gereist, um den Hochschülern ihre gemeinsame Antarktisexpedition "Breaking the Ice" vorzustellen. 35 Tage lang waren sie im ewigen Eis unterwegs, um aller Welt zu zeigen, dass Israelis und Palästinenser eben doch in einem Boot sitzen könnten. Heskel Nathaniel sagt über sein Projekt:

" Wir sind in Israel nicht daran gewöhnt, positive Nachrichten zu hören. Der Grund der ganzen Aktion war, ein positives Signal zu setzen, damit nicht nur Leute, die die andere Seite nicht kennen, ständig nur Angst bilden für die andere Seite. "

Auch Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt ist nach Ilmenau gekommen. Er sprach über die globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Der Altbundeskanzler erklärte den Studierenden anschaulich, warum die wirtschaftliche Zukunft der Deutschen so stark mit der Weltwirtschaft verflochten sei und warnte die Hochschüler vor dem Geburtenrückgang in Europa. Am Ende seiner Rede wagte der Bundeskanzler a. D. noch einen kritischen Streifzug durch das deutsche Hochschulsystem:

" 30 bis 50 Prozent aller Studierenden brechen ihr Studium ab. Vorher haben sie auf Kosten des Steuerzahlers viele Semester herumstudiert. Das heißt, wir haben Leute durchgefüttert, haben ein bisschen zu ihrer allgemeinen Bildung beigetragen in den meisten Fällen auch zu ihrer fachlichen Ausbildung beigetragen, aber soundso viele haben wir durchgefüttert. Kostet Geld, kostet menschliche Anstrengung. Heute wollen die Studenten mitreden, aber sie haben gar nichts bezahlt. Das ist das Neueste, dass ich als Kunde mitrede, ohne zu bezahlen. "

Eine Kritik, die verstanden wurde, aber nicht überall auf Verständnis stieß.

Den vollständigen Beitrag mit einer anschließenden kurzen Umfrage können Sie in der rechten Spalte als Audio hören.

Service:

Die Internationale Studentenwoche in Ilmenau, die ISWI 2005, findet vom 20. bis 29. Mai statt.

Link:

ISWI 2005 "one world - one vision"

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