Hackerangriff von Künstlicher Intelligenz
KI-Experte zu OpenAI-Vorfall: "KI muss in Regierungen zur Chefsache werden"

Nach einem von KI-Modellen von OpenAI eigenständig gesteuerten Hackerangriff hat der Leiter der Denkfabrik KIRA, Daniel Privitea, hat mehr Kompetenz in Sachen KI bei Regierungen und Verwaltungen angemahnt. Er sprach sich im Deutschlandfunk für globale KI-Regeln aus. Dazu könnten auch Deutschland und Europa beitragen. Voraussetzung sei jedoch, dass KI bei den Regierungen zur Chefsache gemacht werde.

    Das OpenAI-Logo in einer Fotomontage vor einem KI-generierten Hintergrund
    Die KI von OpenAI hat einen Hackerangriff auf eine andere KI-Firma verübt. (picture alliance / SIPA / ROMAIN DOUCELIN)
    Privitera zeigte sich besorgt darüber, dass in Deutschland und Europa noch nicht genug verstanden sei, dass diese Technologien jeden Lebensbereich grundlegend verändern könnten. Künstliche Intelligenz könne zu Katastrophenszenarien führen , sagte er im Dlf weiter. Mit guten Kontrollmechanismen könnten Menschen dies aber vermeiden. Die von Privitera gegründete gemeinnützige Organisation KIRA befasst sich mit gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Risiken von KI.

    Digitalministerium sieht "Paradigmenwechsel"

    Das Bundesdigitalministerium sieht mit Blick auf die Fähigkeiten der Technologie eine deutliche Veränderung der Bedrohungslage . Ein Ministeriumssprecher sprach am Mittwoch von einem "Paradigmenwechsel". Auch EU-Politiker sprachen Warnungen aus. Der Ministeriumssprecher erklärte weiter, die Fähigkeiten von KI-Modellen nähmen massiv zu, das verändere auch die Bedrohungslage massiv. Entsprechend werde auch gehandelt: So habe der Nationale Sicherheitsrat etwa beschlossen, ein KI-Sicherheitsinstitut zu gründen. Der stellvertretende Regierungssprecher Meyer sagte, die Bundesregierung nehme die Entwicklungen, die mit KI einhergehen, sehr ernst. Es gehe nicht nur um die Regulierung von KI, sondern auch um Know-how. Es solle ein Rahmen geschaffen werden, mit dem in Europa eigene KI-Modelle erfolgreich sein könnten.

    EU-Politiker verlangen Konsequenzen

    Die FDP-Europaabgeordnete Hahn erklärte, es dürfe nicht passieren, dass eine KI außerhalb des gesteckten Rahmens eigenständig agiere. Der Vorfall zeige, wie wichtig es sei, dass aus Europa eigene wirkmächtige KI komme, damit europäische Unternehmen und Infrastruktur effektiv geschützt würden vor den Angriffen der nächsten KI-Generation. Die Grünenpolitikerin Geese sagte dem Magazin Spiegel, der eigenständige Einbruch von OpenAI-KI in ein anderes Unternehmen gefährde die gesamte Wirtschaftsordnung.
    Der Fraktionschef der Linken im EU-Parlament, Schirdewan, erklärte, der Zwischenfall zeige, dass Konzerne wie OpenAI im ungebremsten Kampf um die stärkste KI die Kontrolle über ihre eigenen Technologien verlören. Profitgier löse kein Problem, sondern schaffe ein existenzielles Bedrohungsszenario für die Menschheit.

    KI-Modell startet selbstständig Cyberangriff

    Der US-Konzern OpenAI hatte zuvor mitgeteilt, dass sich seine KI-Modelle bei einem Test selbständig gemacht und eigenständig einen Hackerangriff auf eine Programmierplattform unternommen hätten. Es handele sich um einen "nie dagewesenen Cybervorfall", erklärte das Unternehmen aus San Francisco. Der Konzern kündigte an, seine Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken.

    Weiterführende Informationen

    Beispielloser Cybervorfall bei KI-Schmiede OpenAI (Audio)
    Podcast: Die OpenAI-Story
    Diese Nachricht wurde am 23.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.