Archiv

Türkei
Oppositionsbündnis einigt sich auf gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten

Nach monatelangem Streit hat sich das Oppositionsbündnis in der Türkei auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl geeinigt.

    Das Bild zeigt den türkischen Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu, Chef der sozialdemokratischen Partei CHP. Er steht an einem Rednerpult vor rotem Hintergrund.
    Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu, Chef der sozialdemokratischen Partei CHP, ist der neue Präsidentschaftskandidat (dpa / picture alliance / Sedat Suna)
    Der Zusammenschluss aus sechs Parteien gab bekannt, dass Kemal Kilicdaroglu bei der Wahl im Mai gegen Amtsinhaber Erdogan antreten soll. Kilicdaroglu ist der Vorsitzende der größten Oppositionspartei CHP. An der Kandidatenfrage wäre das Sechser-Bündnis beinahe zerbrochen. Eine Partei schied vorübergehend aus der Gemeinschaft aus.
    Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sind für den 14. Mai angesetzt - gut drei Monate nach dem verherrenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet. Allein in der Türkei starben mehr als 45.000 Menschen. Präsident Erdogan strebt eine weitere Amtszeit an. Das Oppositionsbündnis wirft ihm unter anderem vor, das Land nicht ausreichend auf Erdbeben vorbereitet zu haben. Das Bündnis will Erdogan aber nicht nur ablösen, sondern auch das 2017 von ihm durchgesetzte Präsidialsystem wieder abschaffen. Stattdessen soll eine parlamentarische Republik installiert werden.
    Diese Nachricht wurde am 06.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.