Ukraine-Krieg
EU-Gipfel: Orban lehnt Ukraine-Darlehen weiter wegen Pipeline-Streit ab

Ungarns Ministerpräsident Orban hat die Blockade eines EU-Darlehens für die Ukraine bekräftigt. Erst wenn wieder russisches Öl in Ungarn ankomme, sei er zu Konzessionen bereit, sagte Orban vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Bis dahin könne man keinen pro-ukrainischen Vorschlag unterstützen. Mehrere Regierungschefs riefen Orban dazu auf, die Blockade aufzuheben.

    Brüssel: Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, spricht vor dem EU-Gipfel mit Vertreterinnen und Vertretern der Presse.
    EU-Gipfel in Brüssel (Markus Lenhardt / dpa / Markus Lenhardt)
    Der finnische Ministerpräsident Orpo erklärte, Orban nutze die Ukraine für Wahlkampfzwecke - am 12. April findet in Ungarn die Parlamentswahl statt. Orpo sagte, man habe eine gemeinsame Vereinbarung getroffen. Er glaube, Orban habe die anderen Staats- und Regierungschefs betrogen. Der belgische Regierungschef nannte das Verhalten Orbans als inakzeptabel. Die EU-Außenbeauftragte Kallas meinte, sie sei nicht sehr optimistisch, dass man eine Lösung auf dem Gipfel finden werde.
    Hintergrund ist, ⁠dass die Druschba-Pipeline nach russischen Angriffen beschädigt ist. Durch diese wird eigentlich russisches ‌Öl durch die Ukraine nach Ungarn gepumpt. Orban wirft der Ukraine vor, die Reparatur ​zu verzögern. Deshalb blockiert er sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland. Der ukrainische Präsident Selenskyj sagte inzwischen zu, dass die Pipeline bis Anfang Mai repariert werde.
    Nach einem Pressebericht aus Moskau sind die Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine zur Beendigung des Krieges ausgesetzt. Als Grund wurde der eskalierende militärische Konflikt im Iran genannt.
    Diese Nachricht wurde am 19.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.