"Gerade mit Magnetresonanz kann man unheimlich viel messen. Man hat alle Freiheiten. "
Heute sind für die Magnetresonanz-Tomografie Aufnahmen von bewegten Organen und Blutgefäßen kein Problem, erzählte man sich auf der Konferenz EuroCMR 2012 in Wien. Aus 47 Ländern sind an die 400 Ärzte, vor allem Kardiologen und Radiologen, aber auch Techniker und Vertreter der Industrie nach Wien gereist, um sich mit ihren Kollegen auszutauschen. Der Kardiologe Jürg Schwitter kommt aus Lausanne in der Schweiz, wo er am Universitätskrankenhaus arbeitet. Er setzt bei seinen Studien zur Erkennung von Herz-Kreislauferkrankungen – unter anderem – auf ein Echtzeit-Scan-Verfahren, bei dem im 23-Millisekundentakt Bilder erzeugt werden können.
"Bei diesen letzten Untersuchungen, die ich gezeigt habe, die "realtime" sind, kreiert man zwei Gigabyte in 30 Sekunden; und ich würde sagen, vor etwa zehn Jahren hätten 50 Megabyte ausgereicht, um einen Artikel im "New England Journal of Medicine" publizieren zu können. "
Sechs Monate brauchte ein Doktorand der Universität Lausanne, um Tausende von Bildern auszuwerten, die in 30 Sekunden von 30 Personen erstellt wurden. Mehr Daten bedeuten mehr Zeitaufwand für die Analyse. Mehr Daten zur Verfügung zu haben kann aber auch dazu führen, dass bei der Diagnose der Blick auf das Wesentliche verstellt bleibt.
"Es ist zum Teil die Nadel im Heuhaufen, deshalb ist es so wichtig, dass man versucht, mit anderen Kollegen zu diskutieren: Wo möchte die Medizin hingehen – was brauchen wir, um nicht die Orientierung zu verlieren?"
Wo viele Daten anfallen, setzt man auf Automatisierung. In Lausanne investiert man zum Beispiel in die Ausbildung von medizinischem Personal zu Programmierern. Als Resultat steht den Ärzten für die Auswertung der Echtzeit-Scans jetzt eine eigene Software zur Verfügung. Im klinischen Alltag, so Jürg Schwitter, sei man darauf bedacht, Daten auf das Wesentliche zu beschränken. Schließlich müssen Entscheidungen schnell getroffen werden können. Den behandelnden Ärzten drückt man daher keine Scans mehr in die Hand, sondern eine einfache Grafik.
"Die Bilder brauchen wir gar nicht mehr. Und dann haben wir in dieser Flusskurve ein paar Parameter bestimmt, die uns sagen, ob das Gefäß sich normal verhält oder nicht. Am Schluss kann ich also X Gigabyte an Daten auf drei Zahlen komprimieren. Und mit diesen drei oder vier Zahlen kann ich eine Entscheidung für den Patienten treffen. Dieser Prozess ist nötig, weil es keinen Sinn hat, die ganzen Rohdaten aufzubewahren. Deshalb reden wir nicht von "magnetic resonance imaging", sondern wir sagen nur noch MR, "magnetic resonance"."
Aufbewahrt werden die Datensätze trotzdem. In der Schweiz bis zu zehn Jahre. Nicht als Rohdaten, sondern reduziert auf ein paar essenzielle Bildsequenzen. In manchen Krankenhäusern, so wird berichtet, sind es neun Bildsequenzen, in anderen drei. Je nach Scan-Verfahren, Ausstattung des Krankenhauses und der vom Arzt gewählten Methode. Interesse an den Daten hat die Europäische Gemeinschaft für Kardiologie, die jährlich die Konferenz EuroCMR ausrichtet. In ihrem eigens geschaffenen "Euro CMR Register" befinden sich an die 22.000 Datensätze, die in 15 europäischen Ländern – mit Einwilligung der Patienten – gesammelt wurden. In ein paar Jahren soll eine Art "Rezeptbuch" herausgegeben werden, indem sich passende Methoden, Analysetipps und Interpretationen für unterschiedliche Herz- Kreislauferkrankungen finden lassen. Das erleichtert den Ärzten die Wahl der richtigen Bildsequenz, spart Ressourcen, Rechenzeit und Geld. Kosten reduzieren könne man aber auch, so Jörg Schwitter, wenn man die Techniken, die in den letzten zehn Jahren im Bereich Magnetresonanz entwickelt wurden, zur Vorsorge nütze. Dazu zählen zum Beispiel Weiterentwicklungen im Bereich Scan-Technik, 3D-Bildanalyse und die Entwicklung neuer Kontrastmittel.
"Einen Herzinfarkt sehe ich einfach: Da mache ich ein, zwei Messungen und ich weiß, der Patient hat einen Herzinfarkt. Aber Messungen zu machen, und aus all den Daten, die wir haben, sagen zu können: Das ist ein Kandidat, der mit 15% Wahrscheinlichkeit in den nächsten zwölf Monaten einen Herzinfarkt bekommen wird – das ist sehr viel schwieriger. Wenn ich aber das schaffe, dann kann ich die Behandlungsressourcen viel effizienter einsetzen."
Heute sind für die Magnetresonanz-Tomografie Aufnahmen von bewegten Organen und Blutgefäßen kein Problem, erzählte man sich auf der Konferenz EuroCMR 2012 in Wien. Aus 47 Ländern sind an die 400 Ärzte, vor allem Kardiologen und Radiologen, aber auch Techniker und Vertreter der Industrie nach Wien gereist, um sich mit ihren Kollegen auszutauschen. Der Kardiologe Jürg Schwitter kommt aus Lausanne in der Schweiz, wo er am Universitätskrankenhaus arbeitet. Er setzt bei seinen Studien zur Erkennung von Herz-Kreislauferkrankungen – unter anderem – auf ein Echtzeit-Scan-Verfahren, bei dem im 23-Millisekundentakt Bilder erzeugt werden können.
"Bei diesen letzten Untersuchungen, die ich gezeigt habe, die "realtime" sind, kreiert man zwei Gigabyte in 30 Sekunden; und ich würde sagen, vor etwa zehn Jahren hätten 50 Megabyte ausgereicht, um einen Artikel im "New England Journal of Medicine" publizieren zu können. "
Sechs Monate brauchte ein Doktorand der Universität Lausanne, um Tausende von Bildern auszuwerten, die in 30 Sekunden von 30 Personen erstellt wurden. Mehr Daten bedeuten mehr Zeitaufwand für die Analyse. Mehr Daten zur Verfügung zu haben kann aber auch dazu führen, dass bei der Diagnose der Blick auf das Wesentliche verstellt bleibt.
"Es ist zum Teil die Nadel im Heuhaufen, deshalb ist es so wichtig, dass man versucht, mit anderen Kollegen zu diskutieren: Wo möchte die Medizin hingehen – was brauchen wir, um nicht die Orientierung zu verlieren?"
Wo viele Daten anfallen, setzt man auf Automatisierung. In Lausanne investiert man zum Beispiel in die Ausbildung von medizinischem Personal zu Programmierern. Als Resultat steht den Ärzten für die Auswertung der Echtzeit-Scans jetzt eine eigene Software zur Verfügung. Im klinischen Alltag, so Jürg Schwitter, sei man darauf bedacht, Daten auf das Wesentliche zu beschränken. Schließlich müssen Entscheidungen schnell getroffen werden können. Den behandelnden Ärzten drückt man daher keine Scans mehr in die Hand, sondern eine einfache Grafik.
"Die Bilder brauchen wir gar nicht mehr. Und dann haben wir in dieser Flusskurve ein paar Parameter bestimmt, die uns sagen, ob das Gefäß sich normal verhält oder nicht. Am Schluss kann ich also X Gigabyte an Daten auf drei Zahlen komprimieren. Und mit diesen drei oder vier Zahlen kann ich eine Entscheidung für den Patienten treffen. Dieser Prozess ist nötig, weil es keinen Sinn hat, die ganzen Rohdaten aufzubewahren. Deshalb reden wir nicht von "magnetic resonance imaging", sondern wir sagen nur noch MR, "magnetic resonance"."
Aufbewahrt werden die Datensätze trotzdem. In der Schweiz bis zu zehn Jahre. Nicht als Rohdaten, sondern reduziert auf ein paar essenzielle Bildsequenzen. In manchen Krankenhäusern, so wird berichtet, sind es neun Bildsequenzen, in anderen drei. Je nach Scan-Verfahren, Ausstattung des Krankenhauses und der vom Arzt gewählten Methode. Interesse an den Daten hat die Europäische Gemeinschaft für Kardiologie, die jährlich die Konferenz EuroCMR ausrichtet. In ihrem eigens geschaffenen "Euro CMR Register" befinden sich an die 22.000 Datensätze, die in 15 europäischen Ländern – mit Einwilligung der Patienten – gesammelt wurden. In ein paar Jahren soll eine Art "Rezeptbuch" herausgegeben werden, indem sich passende Methoden, Analysetipps und Interpretationen für unterschiedliche Herz- Kreislauferkrankungen finden lassen. Das erleichtert den Ärzten die Wahl der richtigen Bildsequenz, spart Ressourcen, Rechenzeit und Geld. Kosten reduzieren könne man aber auch, so Jörg Schwitter, wenn man die Techniken, die in den letzten zehn Jahren im Bereich Magnetresonanz entwickelt wurden, zur Vorsorge nütze. Dazu zählen zum Beispiel Weiterentwicklungen im Bereich Scan-Technik, 3D-Bildanalyse und die Entwicklung neuer Kontrastmittel.
"Einen Herzinfarkt sehe ich einfach: Da mache ich ein, zwei Messungen und ich weiß, der Patient hat einen Herzinfarkt. Aber Messungen zu machen, und aus all den Daten, die wir haben, sagen zu können: Das ist ein Kandidat, der mit 15% Wahrscheinlichkeit in den nächsten zwölf Monaten einen Herzinfarkt bekommen wird – das ist sehr viel schwieriger. Wenn ich aber das schaffe, dann kann ich die Behandlungsressourcen viel effizienter einsetzen."