Orgel – quo vadis?Organisten, ihr Instrument und dessen Zukunft

Kaum ein Instrument umgibt eine solche Mystik wie die Orgel: Den Organisten sieht man meist nicht, doch hoch oben am Spieltisch bedient sie oder er mit Armen und Beinen manchmal mehrere Tausend Pfeifen. In drei Gesprächen erzählen Menschen, was sie an der Orgel fasziniert und wie diese komplexe Maschine funktioniert.

Von Raoul Mörchen | 20.04.2021

Ein Mann mit sehr kurzen, weißen Haaren sitzt an einem hölzernen Orgelspieltisch und schaut in die Kamera. In den Händen hält er ein Blatt Papier, trägt schwarze Kleidung.
Der Organist Winfried Bönig in Köln am Spieltisch der Orgel im Kölner Dom mit vier Manualen. (dpa/ Oliver Berg)
Ob, wie 2021, die Kür zum "Instrument des Jahres" oder Mozarts berühmtes Wort vom "König der Instrumente" – über die Orgel spricht man gerne in höchsten Tönen. Dabei hat sie ein gewaltiges Imageproblem. Im Konzert hört man sie so gut wie nie, in der Kirche dagegen ständig, doch gibt sie dort selten ein gute Figur ab: muss die Gemeinde begleiten oder die Zeit überbrücken, bis endlich die letzte Hostie verteilt ist. Braucht es dafür tausend Pfeifen? Doch es gibt Menschen, die fest an die Orgel glauben und an ihre Zukunft. Solche, die Orgel spielen und solche, die Orgeln bauen. Die davon berichten, dass die Orgel keineswegs am Ende ist, sondern regelrecht boomt.