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StartseiteSternzeitESO-Fehler wie bei Hubble20.04.2020

Panne beim New Technology TelescopeESO-Fehler wie bei Hubble

Das Hubble-Weltraumteleskop, dessen Start ins All sich Freitag zum 30. Mal jährt, hat einen Spiegel mit 2,4 Metern Durchmesser. Der sei, tönte einst das US-Unternehmen Perkin-Elmer, "allenfalls Mikro-Inches von der Perfektion" entfernt.

Von Dirk Lorenzen

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Raymond Wilsons New Technology Telescope (rechts) auf La Silla in Chile  (European Southern Observatory)
Das New Technology Telescope auf der ESO-Sternwarte La Silla in Chile (European Southern Observatory)

Die ersten Bilder zeigten aber, dass man die Spiegelform falsch berechnet hatte. Somit lieferte Hubble nur unscharfe Bilder, was für viel Hohn und Spott sorgte.

Ein Cartoon zeigte eine Cocktailparty, auf der ein Brillenträger zu einer Stehlampe sagt: "Habe ich Ihnen schon erzählt, dass dieselben Leute, die den Hubble-Spiegel gebaut haben auch meine Brille gemacht haben?"

Mit dem Vergessen der sphärischen Aberration, einem simplen Effekt, der zum Schulstoff in Physik gehört, ist Perkin-Elmer allerdings nicht allein.

Schön, aber schön falsch: Der Hauptspiegel des NTT wurde, wie bei Hubble, nicht korrekt hergestellt – aber der Fehler lässt sich dank aktiver Optik korrigieren (ESO/C. Madsen) (European Southern Observatory / Madsen)Schön, aber schön falsch: Der Hauptspiegel des NTT wurde, wie bei Hubble, nicht korrekt hergestellt - aber der Fehler lässt sich dank aktiver Optik korrigieren (European Southern Observatory / Madsen)

Wenig bekannt ist, dass auch der Weltfirma Carl Zeiss dieser Lapsus unterlaufen ist. Das New Technology Telescope NTT der Europäischen Südsternwarte ESO hat genau den gleichen Fehler.

Auch sein Spiegel mit 3,6 Metern Durchmesser wurde falsch geschliffen. Allerdings hatte Carl Zeiss Glück: Das NTT war 1989, ein Jahr vor dem Hubble-Start, das erste Instrument mit "aktiver Optik".

Der Spiegel liegt auf einer Art Fakirmatte, deren Stempel ihn stets in die perfekte Form drücken. So ließ sich auch der Schleiffehler beheben – die Stempel sind allerdings fast "auf Anschlag".

Die Teams wussten die grotesken Fehler auszubügeln – und so liefern Hubble und NTT bis heute wunderbare Blicke in die Tiefen des Universums.

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