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StartseiteUmwelt und VerbraucherTabakfreie Zone in Pariser Parks24.07.2018

Paris testet RauchverboteTabakfreie Zone in Pariser Parks

Saubere Luft und keine Kippen auf der Wiese: Die Stadt Paris testet in sechs öffentlichen Parks ein Rauchverbot. Für das kommende Jahr sind zusätzlich Geldbußen für die Zigarette im Stadtgrün angedacht. Bei Rauchern stößt das Projekt auf Verständnis - noch.

Von Marcel Wagner

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Am Eingang des Jardin Yilmaz Güney im zehnten Stadtbezirk weist ein Schild darauf hin, dass es sich um einen "Nichtraucher-Park" handelt. (picture alliance / Sebastian Kunigkeit)
Paris im Kampf gegen Zigarettenrauch: Tabakverbot im Jardin Yilmaz Güney in Paris (picture alliance / Sebastian Kunigkeit)
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Am eisernen Tor des kleinen Parks im Pariser Quartier Batignolles steht es schwarz auf weiß: "Sie betreten einen Garten ohne Tabak". Doch auf der Wiese, zehn Meter weiter, hat sich das Rauchverbot noch längst nicht herumgesprochen:

"Oh nein, das wusste absolut nicht!"

Gegen die Kippen auf dem Boden

Entschuldigt sich Lucca und steckt die Zigarette, die sie gerade anzünden wollte, schnell zurück in die Schachtel. Die junge Pariserin verbringt ihre Mittagspause oft hier im verträumten Park von Batignolles. Dass sie dabei künftig zumindest im Park selbst nicht mehr rauchen darf, stört sie eigentlich kaum:

"Nein, ich finde das sogar gar nicht mal so schlecht! Auch was Präsident Macron macht, die Preise für Zigaretten erhöhen und so, ich finde das eigentlich gute Maßnahmen."

Auch ihre Kollegin Pauline ist Raucherin und findet das Verbot ebenfalls gar nicht so schlimm:

"Ich glaube, es gibt schon eine Freiheit zu rauchen, aber andererseits dürfen Leute, die in der Natur sein wollen, nicht belästigt werden. Und dann sind da natürlich die ganzen Kippen auf dem Boden, deshalb finde ich es schon ok, das Rauchen zu verbieten. Aber vielleicht wäre es besser, einfach Raucherbereiche einzurichten."

Pilotprojekt in sechs kleineren Parks

Betroffen sind von dem Pilotprojekt ohnehin erst mal nur sechs kleinere Parks auf dem Stadtgebiet. Vorbild für den Versuch war dabei die Stadt Straßburg, die schon etwas früher beschlossen hat, rauchfreie Parks zu testen. Die Erfahrungen in Paris seien jedenfalls durchweg positiv, berichtet Jean-Charles Noudell, der zuständige Gärtner für die Pariser Grünanlagen:

"Die Leute sind tatsächlich ganz empfänglich!" Allerdings, gibt Noudell zu, würden er seine Kolleginnen und Kollegen aktuell auch noch keine Strafen verhängen.

"Im Moment ist das mehr erzieherisch. Wir erklären den Leuten, dass die Parks jetzt rauchfrei sind, dass die Strafen aber kommen werden."

Ab Januar Strafen bis zu 68 Euro?

Der Gärtner hat selbst früher kräftig geraucht. Dass der Stadtrat die Parks nun rauchfrei machen wolle, könne er aber nur zu gut verstehen:

"Die Parks sind doch öffentliche Ort, genauso wie Restaurants, Cafés oder andere öffentliche Orte auch. Es geht ja nicht darum, Raucher zu bekämpfen. Aber sie müssen verstehen, dass das andere nerven kann."

Ab Januar dann könnte eine Zigarette im Park 38 bis 68 Euro kosten. Wenn sich der Test als Erfolg erweist, dann wahrscheinlich sogar in allen Parks in Paris.

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