Kaukasus
Parlament von Berg-Karabach wählt Präsidenten und brüskiert Aserbaidschan

In der Kaukasusregion Berg-Karabach verschärft sich der Konflikt mit Aserbaidschan.

09.09.2023
    Infografik: Die Karte zeigt Armenien und Aserbaidschan, dazwischen die Region Berg Karabach und den Latschin-Korridor
    Berg-Karabach zwischen Armenien und Aserbaidschan und die Verbindung, der sogenannte Latschin-Korridor. (Deutschlandradio / Andrea Kampmann / picture alliance/dpa Grafik)
    Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Heute wählten die Parlamentsabgeordneten der selbst ernannten Republik Arzach auf dem Gebiet von Berg-Karabach den bisherigen Chef des Sicherheitsrats, Schahramanjan, zum neuen Präsidenten. Der bisherige Amtsinhaber Harutjunjan war Anfang des Monats zurückgetreten. Der De-facto-Staat wird international nicht anerkannt. Aserbaidschan verurteilte die Präsidentenwahl als Provokation und Verletzung seiner Souveränität. Die mit Aserbaidschan verbündete Türkei nannte die Tatsache, dass die Wahl überhaupt stattfand, einen "eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht".
    Aserbaidschan und Armenien streiten seit dem Zerfall der Sowjetunion um die Grenzregion Berg-Karabach und führten bereits mehrere Kriege. Zuletzt haben die Spannungen erneut zugenommen, weil Aserbaidschan seit fast neun Monaten die einzige Straßenverbindung zwischen Armenien und Berg-Karabach blockiert. Nach armenischen Angaben mangelt es inzwischen an Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff.
    Diese Nachricht wurde am 09.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.