Sieg für "Zivilvertrag"
Partei von Ministerpräsident Paschinjan gewinnt Wahl in Armenien - EU gratuliert

In der Südkaukasusrepublik Armenien hat der pro-westliche Ministerpräsident Paschinjan die Parlamentswahl gewonnen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in Eriwan erhielt seine Partei "Zivilvertrag" 49,8 Prozent der Stimmen. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Frankreichs Präsident Macron gratulierten Paschinjan.

    Der armenische Ministerpräsident Paschinjan steht lächelnd an einem Rednerpult.
    Die Partei von Armeniens Ministerpräsident Paschinjan hat die Wahl gewonnen. (IMAGO / Anadolu Agency / IMAGO / Ozge Elif Kizil)
    Stärkste oppositionelle Kraft wurde den Angaben zufolge der pro-russische Parteiblock "Starkes Armenien" des Unternehmers Karapetjan mit 23,3 Prozent.
    Auf Rang drei landete Ex-Präsident Kotscharjan mit seinem Parteienbündnis "Armenien", das 9,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte. Kotscharjan werden beste Beziehungen zu Russlands Präsident Putin nachgesagt.

    Künftig drei pro-russische Parteien im Parlament

    Mit der Partei "Blühendes Armenien" zieht dem vorläufigen Endergebnis nach eine dritte pro-russische Kraft mit genau vier Prozent der Stimmen ebenfalls ins Parlament ein. Für eine Mehrheit der moskautreuen Kräfte reicht dies aber nicht.
    Paschinjans Partei erhält 61 der insgesamt 105 Sitze in der Nationalversammlung.
    Die Wahlbeteiligung lag mit 59 Prozent deutlich höher als bei der vorangegangenen Parlamentswahl 2021. Damals waren es nur 49 Prozent.
    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen schrieb im Onlinedienst X, Armenien rücke Europa "immer näher". Brüssel schätze die Partnerschaft mit dem Kaukasusland "zutiefst", so von der Leyen. "Armenien kann auf uns zählen." 
    Frankreichs Präsident Macron betonte, ebenfalls bei X, er wolle die "Annäherung an Europa" dieses Kaukasuslandes, das sich aus dem Einflussbereich Moskaus löse, begleiten.
    Die Wahl galt als richtungsweisend für die künftige geopolitische Orientierung der Kaukasus-Republik. Paschinjan strebt engere Beziehungen zum Westen und insbesondere zur EU an. Der Regierung in Moskau wurde eine Einmischung in den Wahlkampf vorgeworfen.
    Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.