Bistum
Passauer Missbrauchsstudie veröffentlicht: 672 Betroffene seit 1945

Im Bistum Passau sind einer Studie zufolge seit 1945 mindestens 672 Kinder und Jugendliche Opfer von sexueller Gewalt oder körperlicher Misshandlung geworden.

    Südturm des Passauer Doms St. Stephan
    Eine Studie der Universität Passau zu sexuellem Missbrauch im Bistum Passau von 1945 bis 2022 ist heute veröffentlicht worden. (picture alliance / dpa / Tobias C. Köhler)
    In dem von der Universität Passau veröffentlichten Berichtheißt es, insbesondere Bischöfe und Generalvikare hätten in vielen Fällen den Schutz der Institution über das Wohl von Betroffenen gestellt. Erst seit 2010 habe das Bistum nach und nach Prävention und Aufarbeitung geleistet. Insgesamt seien seit dem Zweiten Weltkrieg mehr als 150 Beschuldigte oder überführte Täter ausgemacht worden.
    Die Studie wurde im Auftrag einer unabhängigen Aufarbeitungskommission erstellt. Ausgewertet wurden dafür mehr als 2.000 Personalakten sowie Interviews mit Betroffenen und Zeitzeugen. Der Bischof von Passau, Oster, erklärte, die Studie sei ein wichtiger, notwendiger und zugleich schmerzhafter Schritt auf dem Weg der Wahrheitsfindung.
    Diese Nachricht wurde am 08.12.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.