
Regensburg kämpft mit durchweichten Böden und fürchtet, dass Schutzwände einsacken. Durch den hohen Grundwasserstand seien die Böden der Donauinseln nass und schwammig "wie ein Wackelpudding", sagte Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer (SPD). Einsatzkräfte haben damit begonnen, kontrolliert Wasser an den Schutzwänden am Donauufer vorbeifließen zu lassen. Gestern Abend waren entlang einer Straße an der Donau Häuser evakuiert worden, weil bei aufgeweichtem Untergrund die Schutzwände abzurutschen drohten.
Hochwasser in Passau geht langsam zurück
In Passau gilt weiterhin die höchste Meldestufe 4. Große Teile der Altstadt stehen weiter unter Wasser; die Stadtverwaltung rechnet damit, dass erst am Freitag die ersten Aufräumarbeiten beginnen können.
Auch in anderen Regionen Bayerns sind die Pegel weiterhin deutlich erhöht. Die Deiche und andere Hochwasserschutzanlagen werden weiter überwacht, nennenswerte Schäden oder Durchbrüche wurden dabei bisher nicht entdeckt. Mindestens fünf Menschen kamen bei dem Hochwasser in Süddeutschland ums Leben. Zudem gibt es laut bayerischem Innenministerium mehrere Vermisste - darunter einen 22 Jahre alten Feuerwehrmann im schwäbischen Offingen. Die Einsatzkräfte befürchten, dass er ertrunken ist. Der junge Mann war in der Nacht zum Sonntag nahe der Grenze zu Baden-Württemberg mit einem Boot der DLRG-Wasserrettung unterwegs gewesen.
Viele Straßen und Bahnstrecken weiter gesperrt
Wegen Überschwemmungen und Unterspülungen blieben in vielen Gebieten Bayerns am Mittwoch Straßen und Bahnstrecken gesperrt. Unter anderem fuhren auf den ICE-Strecken zwischen Donauwörth und Augsburg sowie zwischen Nürnberg und Würzburg zunächst keine Züge, teilte die Bahn mit. Auch die stark beanspruchte Fernverkehrs-Achse zwischen Ulm und Augsburg sei nur eingeschränkt befahrbar.
Aufräumarbeiten in anderen Gebieten laufen an
In Baden-Württemberg und im westlichen Bayern haben unterdessen die Aufräumaktionen begonnen. Auch wenn sich die Lage dort langsam entspannt: "Von Normalität sind wir noch weit entfernt", sagte etwa eine Stadtsprecherin der betroffenen Gemeinde Ebersbach an der Fils. Vielerorts waren - wie auch in Bayern - Anwohner gemeinsam mit Einsatzkräften und Ehrenamtlichen damit beschäftigt, Straßen freizuräumen, Keller leerzupumpen und angespülten Unrat zu beseitigen. Teils wurden Container für in der Flut verwüstetes Hab und Gut bereitgestellt.
Atommüll-Zwischenlager geben Entwarnung
Die Atommüll-Zwischenlager in Bayern und Baden-Württemberg sind bisher von Hochwasserschäden verschont geblieben. Auch in das Zwischenlager im schwäbischen Gundremmingen, das nur wenige Hundert Meter von der Donau entfernt liegt, sei bisher kein Wasser eingedrungen, teilte die Gesellschaft für Zwischenlagerung mit. Benachbarte Flächen seien zwar in Gundremmingen wie auch in Biblis im Norden Baden-Württembergs überflutet worden. Die Sicherheit der Zwischenlager sei aber gewährleistet.
Diese Nachricht wurde am 06.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.