Freitag, 02. Dezember 2022

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Pegida
"Merkel darf Wähler nicht verlieren"

Der Politikwissenschaftler Everhard Holtmann hält Angela Merkels Äußerungen zu den Pegida-Demonstrationen für richtig. Sie sei nicht nur als Regierungschefin, sondern auch als CDU-Vorsitzende gefordert, zu Fragen des gesellschaftlichen Miteinanders Stellung zu nehmen, sagte er im DLF.

Everhard Holtmann im Gespräch mit Sandra Schulz | 31.12.2014

    Teilnehmer einer Demonstration des Bündnisses Patriotischer Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes (Pegida) sind am Montagabend (22.12.14) auf dem Theaterplatz in Dresden versammelt.
    Pegida-Demonstration in Dresden (imago/Robert Michael)
    Holtmann glaubt nicht, dass Merkel Pegida wegen ihrer ostdeutschen Herkunft in ihrer Neujahrsansprache thematisiert hat. "Das würde bedeuten, dass man es eher als eine ostdeutsche Angelegenheit charakterisiert." Obwohl es durchaus Erklärungen dafür gebe, dass Pegida gerade in Ostdeutschland hohen Zulauf finde: So wirkten die beruflichen und persönlichen Brüche der Wende immer noch nach. Zuwanderung werde als zusätzliche Form sozialer Bedrohung wahrgenommen.
    Der Erfolg von Pegida sei auch ein Institutionenproblem. Kirchen, Parteien oder Arbeitgeberverbände hätten vergleichsweise wenig Resonanz und Organisations-Dichte in Ostdeutschland. Außerdem verweist er auf die sogenannte Fremdheitsthese, die besagt: Wo weniger Ausländer leben, da gibt es auch mehr Ablehnung.
    Das gesamte Gespräch können Sie hier mindestens fünf Monate nachhören.