Bayern
Penzberg vermutet KI hinter vielen Hasskommentaren zu neuen Hinweisschildern auf islamisches Freitagsgebet

Die bayerische Gemeinde Penzberg vermutet auch Künstliche Intelligenz hinter der Welle islamfeindlicher Reaktionen auf die Aufstellung von Hinweisschildern zum muslimischen Freitagsgebet.

    (v.l.) Thomas Kopf, Erster Bürgermeister von Penzberg, Bernhard Holz und Julian Lademann, katholischer und evangelischer Pfarrer, sowie Benjamin Idriz, Imam, stehen um die neuen Hinweisschilder auf die Gottesdienste in der bayerischen Gemeinde.
    Bürgermeister Thomas Kopf stellte das Schild vergangene Woche zusammen mit den Pfarrern Bernhard Holz und Julian Lademann sowie dem Imam Benjamin Idriz vor. (v.l.) (Islamische Gemeinde Penzberg / Benjamin Idriz)
    Bürgermeister Kopf sagte dem Deutschlandfunk Kultur, in den Postings sei ihm aufgefallen, dass abgebildete Moscheen gar nicht wie die in Penzberg aussähen . Wahrscheinlich seien diese Illustrationen mit Künstlicher Intelligenz angefertigt worden. Vieles davon sei klischeehaft. An sich ist die Penzberger Moschee nach Kopfs Einschätzung fest in der oberbayerischen Gemeinde verwurzelt, sodass ihn der plötzlich aufkommende Hass verwundert hatte.
    Allein auf den Facebook-Seiten der Moschee-Gemeinde waren nach Angaben des Penzberger Imams Benjamin Idriz nach wenigen Tagen mehr als 10.000 Kommentare veröffentlicht worden, darunter viele Hassbeiträge. Zudem berichtete er von Drohungen. Auch in den Nutzer-Kommentarbereichen von Medien, die über die Schilder berichteten, sammelten sich ausgrenzende und beleidigende Äußerungen.
    Am vergangenen Wochenende war das Schild mit schwarzer Farbe beschmiert worden. Die Polizei ermittelt. Landesinnenminister Herrmann, CSU, nannte den Vorfall inakzeptabel. Religiöse Vielfalt gehöre zum Freistaat. Die Penzberger Moschee gehört zu den bundesweit bekanntesten, empfing unter anderem auch schon Bundespräsident Steinmeier, und zeichnet sich durch eine eigenständige moderne Architektur aus.Seit vergangener Woche wird am Ortseingang neben den Zeiten für die katholischen und evangelischen Gottesdienste auch die des Freitagsgebets ausgewiesen. Laut Idriz handelt es sich bundesweit um die nach seinen Kenntnissen ersten offiziellen Schilder dieser Art.

    Weitere Informationen

    Religiöse Vielfalt – Hinweis auf Freitagsgebet sorgt für Empörung
    Diese Nachricht wurde am 30.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.