Reformpläne
Pflegeforscher: Warken wird Sparziel nicht erreichen

Der Bremer Gesundheitsökonom Heinz Rothgang geht nicht davon aus, dass Bundesgesundheitsministerin Warken (CDU) mit ihren geplanten Reformen das Einsparziel von elf Milliarden Euro erreichen kann.

    Eine Pflegefachkraft geht mit einer Bewohnerin durch den Flur eines Seniorenheims. Sie hat ihr einen Arm umgelegt. Die alte Frau geht am Rollator.
    In der alternden Gesellschaft sind immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen (picture alliance / dpa / Sina Schuldt)
    Die Einnahmen durch höhere Beiträge für Kinderlose etwa seien wohl um das Doppelte zu hoch angesetzt, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Zudem dürfte die Zahl der Anträge auf einen Pflegegrad oder eine Hochstufung explodieren, ehe die Reform greife. Rothgang kritisiert ferner die geplante Begrenzung der Gehälter als "schlechtes Signal" für die Neugewinnung von Pflegekräften.
    Warken hatte diese Woche ihren Gesetzentwurf vorgestellt. Demnach sollen unter anderem Kinderlose 0,1 Prozentpunkte mehr als bislang in die Gesetzliche Pflegeversicherung einzahlen, die Hürden für die Einstufung in einen Pflegegrad angehoben und Gehaltssteigerungen gedeckelt werden. Von Bundesländern, Kommunen und Verbänden kam deutliche Kritik. Unterstützung für Warken äußerte die Union. Ein "Weiter so" mit endlos steigenden Beiträgen dürfe es nicht geben.
    Diese Nachricht wurde am 06.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.