
Viele Verbände weisen die Forderung der Mittelstandsunion zurück. Diese hatte von "Lifestyle-Teilzeit" gesprochen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe warnt vor "falschen Schlussfolgerungen". Wer Teilzeit pauschal als Wohlstandsproblem darstelle, verkenne die Realität in der Pflege. Teilzeit sei für viele eine Schutzreaktion auf Überlastung, Schichtdienst und fehlende Planbarkeit - und nicht Ausdruck von Bequemlichkeit, so der Verband. Auch der Deutsche Frauenrat sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund bemängeln den Vorstoß. Er sei ein Affront gegen all jene, die neben ihrer Erwerbsarbeit Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder sich ehrenamtlich engagieren. Dagegen begrüßt die Bundesfamilienministerin Prien von der CDU die Diskussion. Ihr gehe es da auch um die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen, sagte sie der Funke Mediengruppe. Zugleich betonte die Ministerin, dass Teilzeit für viele Familien wichtig für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei.
Der sogenannte Wirtschaftsflügel der Unionsparteien hat für den CDU-Bundesparteitag im Februar einen Antrag zu einer Beschränkung des Rechts auf Teilzeit vorgelegt. Ausnahmen sind demnach nur die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen und berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung.
Diese Nachricht wurde am 27.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
