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Physik-Nobelpreis 2018
Werkzeuge aus Licht

Pinzetten aus Licht, mit denen sich Bakterien greifen lassen; ultrakurze Laserpulse für die Augen-Chirurgie: Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den US-Amerikaner Arthur Ashkin sowie den Franzosen Gérard Mourou und die Kanadierin Donna Strickland für bahnbrechende Erkenntnisse in der Lasertechnik.

02.10.2018

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Ausgezeichnet für revolutionäre Lasertechnik: Arthur Ashkin, Gérard Mourou und Donna Strickland. (Ilustration: Niklas Elmehed. Copyright: Nobel Media AB 2018)
Neuartige Präzisionsinstrumente in der Medizin und Industrie: Die bahnbrechenden Entdeckungen der drei Ausgezeichneten hätten die Laserphysik revolutioniert. Mit dieser Begründung hat die Jury heute den Physik-Nobelpreis an den US-Amerikaner Arthur Ashkin sowie den Franzosen Gérard Mourou und die Kanadierin Donna Strickland vergeben. Durch deren Arbeiten könnten extrem kleine Objekte und unvorstellbar schnelle Abläufe auf neue Weise sichtbar gemacht und genutzt werden.
Eine Hälfte der Auszeichnung geht an den US-Amerikaner Arthur Ashkin für die Entwicklung einer optischen Pinzette. Damit lassen sich Atome, Viren und andere lebende Zellen greifen - sich also physische Objekte mit Hilfe des Strahlungsdrucks von Licht festhalten oder bewegen. 1987 war es Ashkin erstmals gelungen, Bakterien mit solch einer Licht-Pinzette zu greifen, ohne sie zu beschädigen. Heutzutage sind die optischen Werkzeuge bei der Untersuchung biologischer Systeme weit verbreitet, erklärt der Tübinger Professor Erik Schäffer im Interview mit dem Deutschlandfunk. Künftig könnten sie auch in der Krebsdiagnostik zum Einsatz kommen.
Bakterien mit Pinzetten aus Licht greifen
Der Franzose Mourou und die Kanadierin Strickland wiederum ebneten den Weg für die kürzesten und intensivsten Laserpulse, die bislang erzeugt wurden. Die zentrale Studie dazu erschien bereits im Jahr 1985 und bildete die Grundlage für die Doktorarbeit von Donna Strickland. Die von den beiden entwickelte Technik namens "chirped pulse amplification", kurz CPA, gilt heute als Standardmethode und wird unter anderem in der Augenchirurgie bei der Behandlung von Kurzsichtigkeit und Grauem Star eingesetzt.
Donna Strickland wurde 1959 im kanadischen Guelph geboren und promovierte an der University of Rochester. Mittlerweile ist sie Professorin an der University of Waterloo in Kanada. Strickland ist erst die dritte Frau, die mit einem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wird. 1903 hatte die aus Warschau stammende Marie Curie den Preis bekommen, 1963 folgte die Auszeichnung für die deutsch-amerikanische Physikerin Maria Goeppert-Mayer. "Wir sollten Physikerinnen feiern, denn es gibt sie da draußen. Ich fühle mich geehrt, eine dieser Frauen zu sein", sagte Donna Strickland, nachdem sie von ihrer Auszeichnung mit dem Nobelpreis erfahren hatte.
Gérard Mourou kam 1944 in Albertville, Frankreich, zur Welt. 1973 schloss er seine Promotion ab. Er arbeitete als Professor an der University of Michigan und ist inzwischen emeritiert.
Der älteste Nobelpreisträger aller Zeiten
Arthur Ashkin wurde 1922 in New York geboren. Mit 96 Jahren ist er der älteste Nobelpreisträger aller Zeiten. Er arbeitete lange in den Bell Laboratorien in New Jersey, einer Forschungseinrichtung, die heute zu Nokia gehört.
Der Nobelpreis sei ganz klar verdient und gehe auch an sehr gut ausgewählte Personen, so die Einschätzung von Dieter Meschede, Physikprofessor an der Universität Bonn und Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Im Interview mit Ralf Krauter schließt er sich dem Appell von Donna Strickland an, "Frauen in der Physik zu feiern".
Der Nobelpreis ist mit knapp 900.000 Euro dotiert und kann auf bis zu drei Personen verteilt werden. Im vergangenen Jahr waren der in Berlin geborene Rainer Weiss sowie Kip Thorne und Barry Barish für den Nachweis von Gravitationswellen im All mit der Auszeichnung geehrt worden. Übergeben werden die Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.
Dieser Text wird laufend aktualisiert.