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StartseiteKultur heuteEintauchen in wuselige Wimmelbilder01.10.2018

Pieter Bruegel der Ältere in WienEintauchen in wuselige Wimmelbilder

2019 jährt sich der Todestag von Pieter Bruegel dem Älteren zum 450. Mal. Aus Anlass des Jubiläums widmet das Kunsthistorische Museum Wien dem niederländischen Maler des 16. Jahrhunderts die weltweit erste große monographische Ausstellung - nach Ansicht von Carsten Probst ein einmaliges Erlebnis.

Carsten Probst im Gespräch mit Maja Ellmenreich

Segelschiffe auf dem Meer (© Rom, Galleria Doria Pamphilj / Franco Bocchino)
"Der Hafen von Neapel" von Pieter Bruegel dem Älteren (© Rom, Galleria Doria Pamphilj / Franco Bocchino)

Nur knapp über 40 Gemälde haben sich von Pieter Bruegel dem Älteren erhalten. Mit zwölf Gemälden besitzt das Kunsthistorische Museum die bei Weitem größte Sammlung der Werke des Urvaters der niederländischen Künstlerfamilie. Auch viele kostbare und zum Teil schwer erhältliche Leihgaben sind in der Wiener Ausstellung zu sehen, die damit zwei Drittel seines malerischen Werks präsentiert. Viele Bilder erstmals nebeneinander zu sehen macht diese Ausstellung nach Meinung des Kunstkritikers Carsten Probst zu einem einmaligen Erlebnis.

Durch ein Projekt der Getty Foundation und des Kunsthistorischen Museums wurden die zwölf eigenen Gemälde einer umfangreichen Materialuntersuchung unterzogen. Die bei dieser Gelegenheit gemachten hochauflösenden Aufnahmen ermöglichen es den Besuchern nun, in jedes kleine Detail in nie gekannter Schärfe hineinzuzoomen - für Carsten Probst eine naheliegende Idee wegen des Figurenreichtums und der unterschiedlichen Malttechniken von Bruegel.

Großer Landschaftsmaler

Beim Turmbau zu Babel etwa habe der Maler die Arbeiter akurat mit ihrer Mimik und Gestik aufgeführt, aber die Landschaft im Hintergrund nur mit einem einzigen Pinselstrich hingeworfen. Die Ausstellung liefere also einen Erkenntnisgewinn, bei dem sich die Erzählungen in den Bildern nochmal neu erschließen.

Über die Arbeitsweise von Pieter Bruegel dem Älteren wurden neue Erkenntnisse zutage gefördert, nicht dagegen über das Leben des Malers. Allerdings konnte ihm das Bild "Der Hafen von Neapel" endgültig zugeschrieben werden - für Carsten Probst eines der ganz großen Bruegel-Highlights. Die Wiener Ausstellung lässt Bruegel als einen großen Landschaftsmaler erscheinen, bei dem die Figuren zu einem Teil der Natur werden.

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