Tarifstreit
Pilotenstreik bei Lufthansa begonnen - viele Passagier- und Frachtflüge fallen aus

Bei der Lufthansa hat in der Nacht ein zweitägiger Pilotenstreik begonnen. Das Unternehmen will dennoch mindestens die Hälfte der Verbindungen aufrechterhalten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Beschäftigten aufgerufen, heute und morgen die Arbeit niederzulegen.

    "Gestrichen" steht am Hamburger Flughafen auf einer Anzeigetafel für Flüge.
    Neuer Pilotenstreik bei der Lufthansa (Daniel Bockwoldt / dpa / Daniel Bockwoldt)
    Betroffen sind Passagier- und Frachtflüge an deutschen Flughäfen, insbesondere an den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München. Am Flughafen Düsseldorf wurden laut dessen Onlineportal jeweils neun der für heute ursprünglich 14 geplanten Landungen und Starts von Lufthansa nach München und Frankfurt annulliert. Am Flughafen Köln/Bonn fallen heute alle drei geplanten Lufthansa-Flüge nach München aus, die drei Landungen wurden ebenfalls annulliert. 
    Auch am Hamburger Flughafen fallen einige Flüge aus. Am Vormittag und Mittag sind alle Flüge der Airline von und nach Frankfurt sowie München gestrichen, wie der Flughafen auf seiner Internetseite mitteilt. Bis zum Abend fallen neun Starts in Richtung Frankfurt sowie in Richtung Frankfurt aus. Fast ebenso viele Landungen sind gestrichen. Am Nachmittag werden die beiden Städte allerdings vereinzelt auch wieder von Hamburg aus von der Lufthansa angeflogen. Am Stuttgarter Flughafen gebe es lediglich Zubringerflüge der Lufthansa nach Frankfurt und München, teilte eine Sprecherin mit. Diese seien für heute gestrichen worden. Es handele sich um jeweils vier Ankünfte und Abflüge.

    Lufthansa setzt auf freiwillige Crews

    Trotz des Ausstands will die Fluggesellschaft mehr als die Hälfte ihres Programms aufrechterhalten. Auf der Langstrecke sollen rund 60 Prozent der Maschinen starten. Es werden den Angaben zufolge größere Flugzeuge und freiwillige Crews eingesetzt. Von Ausfällen betroffene Gäste würden per E-Mail benachrichtigt. Gäste, die nicht kontaktiert werden, könnten davon ausgehen, dass ihr Flug nicht betroffen ist. Flüge ins Krisengebiet Nahost sollen nicht bestreikt werden. 
    Laut Gewerkschaft fallen die Streiks weniger umfangreich aus als im Vormonat, da sich das Kabinenpersonal diesmal nicht beteiligt. Hintergrund des Konflikts sind festgefahrene Tarifverhandlungen über die Vergütung bei der Tochtergesellschaft CityLine sowie die betriebliche Altersversorgung.
    Diese Nachricht wurde am 12.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.