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Pioneer Venus

Die Venus ist unser nächster Planetennachbar. Die Verhältnisse dort sind jedoch alles andere als lebensfreundlich. Oberflächentemperaturen von 475 Grad Celsius und ein im Vergleich zur Erde 90facher Luftdruck machen sie zur Hölle. Wolken aus Schwefelsäure hüllen den Planeten ein und verbergen den Blick auf die Oberfläche.

Von Damond Benningfield |
    In einem halben Jahrhundert Venusmissionen hat die USA nur eine Sonde geschickt, die die Wolkendecke durchdringen und auf der Oberfläche landen konnte. Heute vor 20 Jahren kam sie auf der Venus an.
    Pioneer Venus 2 bestand aus einer Hauptsonde mit mehreren kleinen Sonden. Die Hauptsonde verglühte beim Eintritt in die Venusatmosphäre – doch die kleineren sanken an Fallschirmen zur Oberfläche. Sie zeichneten ein Profil der Atmosphäre während ihres Falls auf: Temperatur, Druck und chemische Zusammensetzung. In großen Höhen fanden sie einen vernebelten Himmel – einen klaren unterhalb von 30 Kilometern Höhe.

    Nur fünf Tage zuvor war Pioneer Venus 1 in eine Umlaufbahn gegangen. Sie war die erste Mission, die mit Hilfe von Radar durch die Wolkendecke blicken konnte und die Venusoberfläche aufzeichnete. Venus Pioneer 1 war fast 14 Jahre im Einsatz – länger als jede Sonde in der Umlaufbahn eines Planeten bis heute.

    Das Ziel der beiden Pioneer-Sonden können Sie noch monatelang bewundern – als hellen "Abendstern" am frühen Südwesthimmel. Der nicht ganz so helle Jupiter steht rechts unterhalb von ihr. Er geht etwas vor der Venus unter – bleibt jedoch bis zu Beginn des neuen Jahres sichtbar.