Kampfjet-Projekt
Pistorius bedauert Aus von FCAS - Grüne geben Bundesregierung Schuld an Scheitern

Bundesverteidigungsminister Pistorius hat sich enttäuscht über das Scheitern des deutsch-französischen Kampfflugzeugprojekts FCAS geäußert. Scharfe Kritik an der Bundesregierung kommt von den Grünen.

    Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius spricht und gestikuliert in seinem Ministerium.
    Bundesverteidigungsminister Pistorius (SPD) (Archivbild) (picture alliance/dts-Agentur/dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Die Grünen-Vorsitzende Brantner sagte dem Deutschlandfunk, das Aus des FCAS-Projekts habe nicht nur militärische und finanzielle Folgen für Deutschland, sondern auch politische. "Wenn europäische Kooperationen scheitern, profitieren davon immer die Nationalisten." Brantner sprach von einem schweren Rückschlag für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik in einer zunehmend gefährlichen Welt. Eines Tages werde man zurückgucken und sagen, dass dies ein "Riesenfehler" gewesen sei.
    Verteidigungsminister Pistorius (SPD) bedauerte das Scheitern. Jedes deutsch-französische Projekt, "das nicht erfolgreich ist, ist eines, das mir nicht gefällt." Aber man müsse trennen zwischen Kopf und Herz. Es sei keine Einigung zwischen den Partnern mehr erreichbar gewesen.
    Neun Jahre nach der Ankündigung des gemeinsamen Kampfjets hatten Deutschland und Frankreich am Montag nach langen Streitigkeiten das Ende des Vorhabens beschlossen. In einer Stellungnahme hieß es, die Bundesregierung sei der Ansicht gewesen, die Unternehmen Dassault und Airbus würden nicht mehr zusammenfinden. Das Kampfflugzeug galt als eines der wichtigsten europäischen Rüstungsprojekte. Es war 2017 von Macron und der damaligen Bundeskanzlerin Merkel angestoßen worden.

    Röwekamp (CDU) für neue internationale Kooperationen

    Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Röwekamp, sprach sich für neue internationale Kooperationen aus. Deutschland verfüge mit Großbritannien, Spanien und auch Schweden über starke europäische Partner, die ein großes Interesse an der Entwicklung der nächsten Generation von Luftkampfsystemen hätten, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Jetzt solle man die Chance nutzen, tragfähige Kooperationen zu schmieden.
    Diese Nachricht wurde am 09.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.