Nach Sabotage-Verdachtsfällen
Pistorius: "Weiter wachsam bleiben"

Nach dem Sabotage-Verdacht in zwei Militäreinrichtungen in Deutschland rät Verteidigungsminister Pistorius zu verstärkter Wachsamkeit. An beiden Orten habe man schnell reagiert, Zugänge gesperrt, Kontrollen verschärft, Ermittlungsbehörden eingeschaltet und Laboruntersuchungen veranlasst.

    Das Bild zeigt Boris Pistorius von schräg unten mit nachdenklicher Mine.
    Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) (IMAGO / Lehtikuva / IMAGO / Amanda Andrade-Rhoades)
    SPD-Politiker Pistorius sagte dem Magazin "Der Spiegel", die Vorfälle würden aber zeigen, dass man weiterhin wachsam bleiben müsse. Verteidigungsminister Pistorius sagte, derzeit gebe es keine konkreten Hinweise auf einen Zusammenhang der beiden Vorfällen. Es gelte jetzt, weitere Untersuchungsergebnisse abzuwarten und besonnen zu handeln. Selbstverständlich überprüfe man nach diesen Vorfällen auch die eigenen Absicherungspläne und würde diese bei Bedarf anpassen. Dies, so Pistorius, sei bereits in Auftrag gegeben.

    Faber vermutet Russland hinter Vorfällen

    Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Faber (FDP), vermutet Russland hinter den Vorfällen. "Aufgrund der zeitlichen Nähe der Vorfälle in den beiden Kasernen kann man vermuten, dass ein feindlicher Akteur hier bei uns seine Sabotage-Fähigkeiten demonstrieren will", sagte der FDP-Politiker der Bild-Zeitung. Der Akteur, der gerade das größte Interesse daran habe, sei Russlands Präsident Putin, fügte er hinzu.
    Der CDU-Außenpolitiker Kiesewetter sagte im Deutschlandfunk, die jüngsten Vorgängen in Nordrhein-Westfalen passten zwar in die Art und Weise, wie Russland vorgehe. Dahinter könnten aber etwa auch Linksextremisten oder Islamisten stecken. Derzeit handele es sich um Spekulationen. Das komplette Interview mit Roderich Kiesewetter können Sie hier nochmal nachlesen (PDF).

    Staatsschutz ermittelt

    Am Gelände der Luftwaffen-Kaserne Köln-Wahn ermitteln Polizei und Staatsschutz, nachdem dort auffällige Wasserwerte registriert und ein Loch in einem Zaun entdeckt worden waren. In Wahn ist auch die Flugbereitschaft der Bundeswehr untergebracht. In Geilenkirchen hatte ein Mann versucht, auf den NATO-Stützpunkt zu gelangen, auf dem unter anderem AWACS-Aufklärungsflugzeuge stationiert sind.
    Diese Nachricht wurde am 15.08.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.