Militärstrategie
Pistorius will Bundeswehr auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten aufstocken

Die Bundeswehr soll nach den Worten von Bundesverteidigungsminister Pistorius zur stärksten konventionellen Armee Europas werden. Bei der Vorstellung seiner Militärstrategie kündigte der SPD-Politiker mehr Personal und modernere Waffen an. Zugleich warnte er vor der Bedrohung durch Russland.

    Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius spricht und gestikuliert in seinem Ministerium.
    Bundesverteidigungsminister Pistorius (SPD) bei der Vorstellung eines militärischen Gesamtkonzepts (picture alliance/dts-Agentur/dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Pistorius erklärte, dass er am bisherigen Ziel festhalte, die Truppe auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und 200.000 in Reserve aufzustocken. Er sprach von drei Phasen: Bis Ende des Jahrzehnts solle das Personal stark anwachsen, bis 2035 sollten Waffensysteme erneuert werden und in den Jahren danach liege der Fokus auf Automatisierung und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz. Seine Ziele fasst Pistorius so zusammen: "Kurzfristig erhöhen wir unsere Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit, mittelfristig streben wir einen deutlich übergreifenden Fähigkeitszuwachs an und langfristig werden wir technologische Überlegenheit herstellen."
    Es ist das erste Mal, dass die Bundeswehr eine Militärstrategie formuliert. Die Welt sei unberechenbarer und auch gefährlicher geworden, sagte Pistorius zur Begründung.

    Russland "bereitet militärische Auseinandersetzung mit der NATO vor"

    Hochrangige Militärs hatten wegen der Bedrohung durch Russland eine deutlichere Aufstockung des Personals gefordert. Dass Russland die Hauptbedrohung darstellt, betont auch das Verteidigungsministerium. Moskau bereite sich auf eine militärische Auseinandersetzung mit der NATO vor. Der Einsatz militärischer Gewalt werde als legitimes Instrument zur Durchsetzung seiner Interessen angesehen, heißt es. Russland setze gezielt auch auf hybride Mittel: Spionage, Sabotageakte, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen seien keine Randphänomene mehr. Ihre Abwehr sei zur Daueraufgabe geworden.
    Diese Nachricht wurde am 22.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.