Bundestag
Pistorius wirbt für weitere Stärkung der Bundeswehr

Bundesverteidigungsminister Pistorius hat angesichts von Drohnenvorfällen und der angespannten Sicherheitslage in Europa für einen weiteren Ausbau der Bundeswehr geworben.

    Bundeswehrsoldaten stehen zum Appell
    Bundesverteidigungsminister Pistorius will die Bundeswehr weiter stärken. (picture alliance / dpa / Sina Schuldt)
    Bei einer Regierungsbefragung im Bundestag sagte der SPD-Politiker, die Bedrohung werde zunehmend sichtbar. Dies entspreche dem Ziel des russischen Präsidenten Putin, Verunsicherung zu schaffen. Deutschland habe auf Vorfälle wie in Leipzig entschlossen reagiert und werde seine Unterstützung für die Ukraine fortsetzen. Zudem werde weiter in moderne Ausrüstung und die Stärkung der Bundeswehr investiert.
    Mit Blick auf die geplante deutsche Brigade in Litauen sagte Pistorius, die veränderte Sicherheitslage mache eine dauerhafte Stationierung erforderlich. Deutschland habe sich deshalb gegen ein Rotationsmodell und für eine dauerhaft kampfbereite Brigade entschieden. Trotz Engpässen bei Material und qualifiziertem Personal verlaufe der Aufbau planmäßig. Rund 80 Prozent der Dienstposten seien bereits freiwillig besetzt. Pistorius betonte zudem, die Maßnahmen dienten der Sicherheit Deutschlands und seiner Bündnispartner.

    Panzer oder moderne Technik?

    Kritik an den Rüstungsprogrammen für die Bundeswehr wies Pistorius nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses zurück. Er verwies als Beispiel auf den neuen Kampfpanzer Leopard 2 A8. "Der ist alles, aber kein Altmetall. Das ist ein Hightech-Gerät", sagte Pistorius. 
    Mitte August hatte das Kieler Institut für Weltwirtschaft der Bundeswehr vorgeworfen, falsche Schwerpunkte bei der Aufrüstung zu setzen. Statt in Panzer, Schiffe und Soldaten müsse mehr Geld in Drohnen, KI und Robotik fließen, forderte Präsident Moritz Schularick. 
    Diese Nachricht wurde am 23.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.