
Papst Leo XIV. hatte diese Bischofsweihe zuvor verboten und an die Piusbruderschaft appelliert, die geplante Zeremonie abzusagen. Aus dem Vatikan hieß es, diese stelle einen Bruch mit der katholischen Kirche dar.
Die Bruderschaft hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Bischöfe geweiht - und wurde auch davor jeweils vom Vatikan ermahnt. Die von der Bruderschaft ernannten Bischöfe wurden nach der Zeremonie vom Papst wie angekündigt exkommuniziert.
Ein Mitglied der Pius-Bruderschaft bezeichnete die Bischofsweihe zum Auftakt der jetzigen Messe als "notwendige Verteidigung des Glaubens" und kritisierte, wie sehr die katholische Kirche heute von der Tradition abgewichen sei. Daher betrachte man es als "heilige Pflicht gegenüber der Heiligen Kirche und gegenüber den Seelen", mit der Weihe von Bischöfen fortzufahren. Jede Strafe und jeden Tadel, der gegen diesen Schritt verhängt werden, betrachte man als ungültig.
Wer ist die Pius-Bruderschaft?
Die Bruderschaft ist auch innerhalb der katholischen Kirche umstritten. Die wurde 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet und betrachtet sich als Gegenbewegung zu den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dieses sollte die Kirchenliturgie zeitgemäßer machen. Der Gemeinschaft gehören weltweit mehr als 700 Priester an. Die Bruderschaft gilt als ultratraditionalistisch, erzkonservativ und hat vor allem in Frankreich enge Beziehungen zu rechtsextremen Politikern.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
Diese Nachricht wurde am 01.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.








