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StartseiteForschung aktuellPizza und Pasta für ISS-Besatzung05.05.2004

Pizza und Pasta für ISS-Besatzung

Ernährung für Astronauten soll besser schmecken

<strong> Raumfahrt. - Astronautennahrung hat keinen guten Ruf als kulinarische Delikatesse. Gemeinhin stellt man sie sich als Flüssignahrung vor, die mit undefinierbarem Geschmack aus Tuben geschlürft wird. Daher dürften Raumfahrer eine Entwicklung aus Italien sehr begrüßen: Denn in Parma arbeiten Lebensmittelforscher an der wohlschmeckenden Weltraumnahrung der Zukunft. </strong>

Besonders Langzeitastronauten wie auf der ISS könnten bald wohlschmeckendere Kost bekommen. (AP)
Besonders Langzeitastronauten wie auf der ISS könnten bald wohlschmeckendere Kost bekommen. (AP)
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Die Kost der italienischen Raumfahrtköche wird bereits im All getestet: Die Besatzung des russischen Raumschiffs Sojus, das seit dem 19. April auf wissenschaftlicher Mission um die Erde kreist, kann sich mittags und abends bereits an Toast mit Schinken und Käse und ähnlichem erfreuen. Auch würziger Schafskäse aus der Toskana, schmackhafte Tomaten aus Sizilien und ein Dessert aus Pfirsichen und Schokolade stehen auf der Speisekarte. Zusammengestellt wurde sie vom Lebensmittelforschungszentrum des italienischen Unternehmens Coop. Weltraumgerecht, aber vor allem schmackhaft sollte es werden, und das scheint gelungen. Italiens Gastronomiekritiker sprechen bereits von einer Feinschmeckerrevolution im Weltraum, vor allem wegen der Tatsache, dass italienische Leckereien die Raumfahrer erfreuen. Die klassisch italienische Küche gilt unter Ernährungswissenschaftlern als die qualitativ beste Nahrung für Sportler und andere Hochleistungsberufe.

Damit das Essen, das auf den Tisch kommt, auch in der Schwerelosigkeit dort bleibt, hat das Institut für angewandte Weltraumtechnologien in Florenz passende Bestecke und Teller entwickelt. Die Teller sind über Kabel an aufklappbaren Tischen befestigt. Die Hauptschwierigkeit war aber die Zubereitung. Mindestens drei Monate müssen die Lebensmittel bei Raumtemperatur haltbar sein und auch dann noch den Gesundheitsanforderungen entsprechen. Auch Krümel und andere Essensreste dürfen sich nicht selbstständig machen und womöglich die Sauerstofffilter verstopfen. Bei Coop hat man deshalb neue Konservierungsmethoden entwickelt: Die fertig zubereiteten Gerichte werden auf 35 Grad erhitzt und dann einem hohen Luftdruck von 6000 Atmosphären ausgesetzt. Dabei sterben sämtliche Krankheitserreger ab. Diese Art der Reinigung erhält das Aussehen und den Geschmack der Gerichte - sehr zur Freude der russischen Kosmonauten.

[Quelle: Thomas Migge]

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