Der Nasa-Satellit Kepler soll nach erdähnlichen Planeten bei fernen Sternen suchen. Das Prinzip ist einfach: Zieht ein Planet von uns aus gesehen genau vor seinem Stern entlang, blockt der Planet etwas Sternenlicht ab. Der Stern leuchtet dann für kurze Zeit minimal schwächer. Derart präzise Helligkeitsmessungen sind nur aus dem Weltraum möglich. Knapp ein halbes Jahr nach dem Start liegen nun die ersten Daten aus der Testphase des Satelliten vor. Die von der Nasa aufwändig inszenierte Pressekonferenz war dann thematisch recht dünn: Die Wissenschaftler zeigten, wie Kepler einen Planeten beobachtet hat – der zudem bereits vorher bekannt war. Dann kam der entscheidende Satz:
"So, this proves: We can find Earth-size planets with this mission, with this photometer."
Damit sei klar, betonte der Kepler-Chefwissenschaftler Bill Borucki, dass die Instrumente des Satelliten empfindlich genug seien, um erdgroße Planeten zu finden. Die Nasa 2009: Kaum scheint ein Satellit seine Erwartungen zu erfüllen, läuft die große PR-Maschine an. Dabei hätte es schon viel mehr und vor allem wirklich Neues zu erzählen gegeben. Denn der Kepler-Satellit und sein Photometer, das die Helligkeit der Sterne präzise misst, funktioniert in der Tat bereits bestens. Das zeigen die Daten, die Lucianne Walkowicz jetzt auf dem Astronomenweltkongress in Rio de Janeiro präsentiert hat. Die Forscherin von der Universität Berkeley achtet bei den Helligkeitsschwankungen jedoch nicht auf Planeten, sondern auf Vorgänge in den Sternen selbst:
"Auf der Sonne gibt es Flecken, dunkle Bereiche auf der Sonnenscheibe. Diese Sonnenflecken werden von Magnetfeldern verursacht, die aus der Sonnenoberfläche herausragen. So etwas gibt es auch bei anderen Sternen. Dort können wir die Flecken natürlich nicht einzeln ansehen, weil die Sterne so weit weg sind. Aber wenn Flecken auf dem Stern sind, leuchtet er vorübergehend etwas schwächer. Wir wollen anhand der Keplerdaten bestimmen, wie viele Flecken auf einem Stern sind, wie groß sie sind und wie lange sie bestehen bleiben."
Sternflecken können, wie auf der Sonne, nur einige Wochen, aber auch viele Monate bestehen bleiben. Weil Sterne sich drehen, verschwinden die Flecken aus dem Blickfeld und tauchen nach einiger Zeit wieder auf. Unsere Sonne braucht etwa einen Monat für eine volle Drehung, manche Sterne rasen in wenigen Stunden oder Tagen um die eigene Achse. Walkowicz:
"Ohne die Drehung hätte ein Stern kein Magnetfeld, ohne Magnetfeld keine Flecken. Aus den Keplerdaten lernen wir also viel über das Innere der beobachteten Sterne. Starke Magnetfelder tauchen bei sehr schnell rotierenden Sternen auf. Die zeigen oft auch helle Explosionen, so genannte Flares. Schon in den Testdaten sehen wir jede Menge aktive Sterne, manche feuern geradezu aus allen Rohren."
Kepler wird während seiner vierjährigen Mission etwa 170.000 Sterne kontinuierlich überwachen. Er misst mindestens alle halbe Stunde die Helligkeit und funkt sie zur Erde, bei den besonders aktiven Sternen sogar jede Minute. Kepler ist also nicht nur ein Satellit, um Planeten wie die Erde zu suchen. Ganz neben stellt auch die Erforschung der Sterne auf ein neues Fundament, freut sich Lucianne Walkowicz:
"Schon die Daten der ersten zehn Tage sagen mir, dass wir längst nicht alles über Sterne wissen. Viele meinen, Sterne wären gut verstanden. Sie sind es definitiv nicht. Die Daten von Kepler sind überwältigend schön. Wir werden sehr viel über die Physik der Sterne lernen, weil wir endlich genau beobachten können. Die Keplerdaten werden ein Schatz sein, von dem wir Jahre zehren."
"So, this proves: We can find Earth-size planets with this mission, with this photometer."
Damit sei klar, betonte der Kepler-Chefwissenschaftler Bill Borucki, dass die Instrumente des Satelliten empfindlich genug seien, um erdgroße Planeten zu finden. Die Nasa 2009: Kaum scheint ein Satellit seine Erwartungen zu erfüllen, läuft die große PR-Maschine an. Dabei hätte es schon viel mehr und vor allem wirklich Neues zu erzählen gegeben. Denn der Kepler-Satellit und sein Photometer, das die Helligkeit der Sterne präzise misst, funktioniert in der Tat bereits bestens. Das zeigen die Daten, die Lucianne Walkowicz jetzt auf dem Astronomenweltkongress in Rio de Janeiro präsentiert hat. Die Forscherin von der Universität Berkeley achtet bei den Helligkeitsschwankungen jedoch nicht auf Planeten, sondern auf Vorgänge in den Sternen selbst:
"Auf der Sonne gibt es Flecken, dunkle Bereiche auf der Sonnenscheibe. Diese Sonnenflecken werden von Magnetfeldern verursacht, die aus der Sonnenoberfläche herausragen. So etwas gibt es auch bei anderen Sternen. Dort können wir die Flecken natürlich nicht einzeln ansehen, weil die Sterne so weit weg sind. Aber wenn Flecken auf dem Stern sind, leuchtet er vorübergehend etwas schwächer. Wir wollen anhand der Keplerdaten bestimmen, wie viele Flecken auf einem Stern sind, wie groß sie sind und wie lange sie bestehen bleiben."
Sternflecken können, wie auf der Sonne, nur einige Wochen, aber auch viele Monate bestehen bleiben. Weil Sterne sich drehen, verschwinden die Flecken aus dem Blickfeld und tauchen nach einiger Zeit wieder auf. Unsere Sonne braucht etwa einen Monat für eine volle Drehung, manche Sterne rasen in wenigen Stunden oder Tagen um die eigene Achse. Walkowicz:
"Ohne die Drehung hätte ein Stern kein Magnetfeld, ohne Magnetfeld keine Flecken. Aus den Keplerdaten lernen wir also viel über das Innere der beobachteten Sterne. Starke Magnetfelder tauchen bei sehr schnell rotierenden Sternen auf. Die zeigen oft auch helle Explosionen, so genannte Flares. Schon in den Testdaten sehen wir jede Menge aktive Sterne, manche feuern geradezu aus allen Rohren."
Kepler wird während seiner vierjährigen Mission etwa 170.000 Sterne kontinuierlich überwachen. Er misst mindestens alle halbe Stunde die Helligkeit und funkt sie zur Erde, bei den besonders aktiven Sternen sogar jede Minute. Kepler ist also nicht nur ein Satellit, um Planeten wie die Erde zu suchen. Ganz neben stellt auch die Erforschung der Sterne auf ein neues Fundament, freut sich Lucianne Walkowicz:
"Schon die Daten der ersten zehn Tage sagen mir, dass wir längst nicht alles über Sterne wissen. Viele meinen, Sterne wären gut verstanden. Sie sind es definitiv nicht. Die Daten von Kepler sind überwältigend schön. Wir werden sehr viel über die Physik der Sterne lernen, weil wir endlich genau beobachten können. Die Keplerdaten werden ein Schatz sein, von dem wir Jahre zehren."