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Planetensuche beim nächsten Nachbarn

Der Dreifach-Stern Alpha Centauri am Südhimmel ist das der Sonne nächstgelegene Sternsystem, vier Lichtjahre von uns entfernt. Es umfasst zwei ähnlich helle, eng benachbarte Sterne, die einander in knapp achtzig Jahren einmal umrunden, und einen weit entfernten, deutlich dunkleren Begleiter.

Von Hermann-Michael Hahn |
    Weil dieser dritte Partner uns auf seiner extrem weiten Umlaufbahn um die beiden anderen Sterne derzeit noch etwas näher steht als jene, führt er den Beinamen Proxima Centauri, der Nächstgelegene im Zentaur.

    Im vergangenen Jahr haben Astronomen mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile einen ersten Planeten um den dunkleren der beiden eng benachbarten Sterne nachgewiesen. Im Spektrum dieses als Alpha Centauri B bezeichneten Sterns fanden sie typische Anzeichen dafür, dass ihn ein Planet umkreist. Obwohl mit diesem Verfahren vornehmlich massereiche, in geringem Abstand um ihren Stern laufende Objekte aufgespürt werden, scheint der Planet von Alpha Centauri B nur etwa eine Erdmasse zu besitzen.

    Im nächsten Jahr und 2016 bietet sich nun zweimal die Möglichkeit, mit einer anderen Methode auch beim leuchtschwachen Proxima Centauri nach Planeten Ausschau zu halten. Dann nämlich zieht der Stern von uns aus gesehen sehr nahe an zwei Hintergrundsternen vorbei.

    Wenn Proxima tatsächlich von einem Planeten umrundet wird, dann muss dessen - zwar schwaches - Gravitationsfeld das Licht der Hintergrundsterne kurzzeitig wie eine Linse bündeln und so seine Existenz verraten.


    Der Stern Proxima Centauri

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