
Der FIFA-Chef sei "eine gute Nummer zwei" gewesen, aber er sei "keine gute Nummer eins", sagte Platini dem britischen "Guardian". Infantino habe ein Problem: "Er mag reiche und mächtige Menschen, diejenigen mit Geld." Seit der Corona-Pandemie habe er sich "immer mehr zu einem Autokraten entwickelt". Es gebe inzwischen weniger Demokratie im Weltfußballverband als zu Zeiten des damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter, sagte der 70-Jährige.
"Infantino von weiteren Dummheiten abhalten"
Platini appellierte an den jetzigen UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin, den Einfluss der FIFA einzudämmen. Die UEFA habe stets ein "Gegengewicht" zu "unsinnigen Aktionen" des Weltfußballverbands gebildet. Sie müsse die Werte der Sportart "energischer verteidigen" und Infantino "von weiteren Dummheiten abhalten".
Während Platinis Amtsperiode als Anführer der Europäischen Fußball-Union war Infantino von 2009 an Generalsekretär. Als Blatter und Platini wegen Ermittlungen durch die Ethikkommission der FIFA gesperrt wurden, stieg Infantino 2016 zum Chef des Weltverbands auf. Im Prozess um eine Millionenzahlung wurden Blatter und Platini in der Schweiz zuletzt rechtskräftig freigesprochen.
Infantino steht unter anderem wegen seiner Nähe zu Donald Trump in der Kritik. Dem US-Präsidenten hatte der Weltverband zuletzt den neu eingeführten FIFA-Friedenspreis verliehen.
Diese Nachricht wurde am 16.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
