Piotr Sztoban hat schnell seinen dreckigen Overall gegen eine frische Jeans und ein T-Shirt getauscht. Eben noch saß er auf dem alten roten Traktor Marke "Ursus" - das heißt Bär. Mit dem Ursus pflügte sein Vater schon zu sozialistischen Zeiten. Die Böden hier in Westpolen. Jetzt nutzt ihn Piotr für die leichten Arbeiten auf dem Hof. Für den schweren Einsatz steht gleich daneben die Verstärkung.
" Das ist ein "Case", der hat 170 PS, Baujahr 2000. Wir brauchen nicht unbedingt was Neues. So gross sind wir nicht. Und vor allem nicht so reich. Aber der Traktor ist in Ordnung, den haben wir in Deutschland gekauft, für 34.000 Euro"
Den Hof hat Piotr Sztoban schon vor zehn Jahren von seinen Eltern übernommen. Auf den Generationswechsel folgte 2004 mit dem EU-Beitritt der Systemwechsel. Da hat Sztoban kräftig investiert. Den deutsch-polnischen Landmaschinentransfer finanzierte der 33jährige zur Hälfte mit EU-Mitteln aus dem sogenannten Investitionsfond. Bis zu 50 Prozent Zuschuss erhalten polnische Landwirte für die Anschaffung neuer Geräte.
"Am Anfang habe ich Angst gehabt. Ich wusste nicht, wie soll ich damit umgehen. Also habe ich es ausprobiert. Ich war der erste hier in der Kommune "
Piotr lächelt. Fast ein wenig verlegen. Er ist zufrieden mit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union. Der Familienbetrieb baut Getreide und Zuckerrüben an. Züchtet Schweine. Bewirtschaftet 200 Hektar. Damit gehört er in Polen zu den Größeren. Für jeden Hektar erhalten die Sztobans etwa 500 Zloty Flächenprämie aus der EU-Kasse, macht pro Jahr rund 27.000 Euro. Das Geld wird in den Hof investiert, sagt Piotr.
" Ich habe bemerkt, dass es in Deutschland einen Boom in Sachen Biodiesel gibt. Und die Preise für Raps sind stabil. Deswegen habe ich mich auf Raps konzentriert. Nicht zuletzt, weil der Weizenpreis so schlecht ist."
Gut 250 Kilometer weiter östlich kniet Barbara Lech auf dem Wohnzimmerteppich. Und blättert durch einen DinA4-Ordner.
" Ich habe hier so viele Ordner..."
Sehen Sie - Ordner, Ordner und noch einmal Ordner, sagt Barbar Lech. Der Beitritt zur Europäischen Union - für die Bauersfrau aus Zabienko in Zentralpolen heißt das vor allem eins: Mehr Bürokratie. Der Tierbestand, die Lage der Ackerflächen, die Art des Anbaus - über alles muss die Familie Lech jetzt genauestens Buch führen.
"
Bd. 2'15 Nach dem EU-Beitritt haben wir gespürt, dass Geld zu uns fließt. Wir bekommen mehr Geld für unsere Schweine. Außerdem haben wir Zuschüsse bekommen. Und wir waren zufrieden, dass Polen der EU beigetreten ist. Finanziell ging es uns besser."
Rund 2.000 Euro Flächenprämie erhalten die Lechs für ihre 15 Hektar Land. Sie konnten Schulden bezahlen. Sogar ein wenig Geld zurücklegen. Doch die Freude währte nicht lange:
"Unsere Befürchtungen beginnen sich zu bestätigen. Diesel ist schrecklich teuer geworden. Die Preise haben sich fast verdoppelt. Und praktisch alle Zuschüsse, die wir bekommen haben, wurden uns aufgrund der Preiserhöhungen wieder genommen. "
Barbara Lech sieht müde aus. Die Preissteigerung bei Düngemittel und Diesel. Dazu die Sorgen um die Kinder, die studiert haben und hier, auf dem Land, keine Arbeit finden. Und trotzdem will weder der Sohn noch die Tochter den Hof übernehmen.
" Man wohnt hier super. Und außerdem möchte ich ausdrücklich betonen: Wir hungern nicht. Wir haben zu essen. Unsere Unkosten können wir auch begleichen. Aber angesichts dieser Arbeit sollten wir einen bisschen höheren Lebensstandard haben. Wir wollen keine Millionäre werden."
Natürlich könne man nicht alle Probleme der EU ankreiden, sagt Barbara Lech. Doch die anfängliche Euphorie sei bei vielen polnischen Bauern verflogen.
" Das ist ein "Case", der hat 170 PS, Baujahr 2000. Wir brauchen nicht unbedingt was Neues. So gross sind wir nicht. Und vor allem nicht so reich. Aber der Traktor ist in Ordnung, den haben wir in Deutschland gekauft, für 34.000 Euro"
Den Hof hat Piotr Sztoban schon vor zehn Jahren von seinen Eltern übernommen. Auf den Generationswechsel folgte 2004 mit dem EU-Beitritt der Systemwechsel. Da hat Sztoban kräftig investiert. Den deutsch-polnischen Landmaschinentransfer finanzierte der 33jährige zur Hälfte mit EU-Mitteln aus dem sogenannten Investitionsfond. Bis zu 50 Prozent Zuschuss erhalten polnische Landwirte für die Anschaffung neuer Geräte.
"Am Anfang habe ich Angst gehabt. Ich wusste nicht, wie soll ich damit umgehen. Also habe ich es ausprobiert. Ich war der erste hier in der Kommune "
Piotr lächelt. Fast ein wenig verlegen. Er ist zufrieden mit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union. Der Familienbetrieb baut Getreide und Zuckerrüben an. Züchtet Schweine. Bewirtschaftet 200 Hektar. Damit gehört er in Polen zu den Größeren. Für jeden Hektar erhalten die Sztobans etwa 500 Zloty Flächenprämie aus der EU-Kasse, macht pro Jahr rund 27.000 Euro. Das Geld wird in den Hof investiert, sagt Piotr.
" Ich habe bemerkt, dass es in Deutschland einen Boom in Sachen Biodiesel gibt. Und die Preise für Raps sind stabil. Deswegen habe ich mich auf Raps konzentriert. Nicht zuletzt, weil der Weizenpreis so schlecht ist."
Gut 250 Kilometer weiter östlich kniet Barbara Lech auf dem Wohnzimmerteppich. Und blättert durch einen DinA4-Ordner.
" Ich habe hier so viele Ordner..."
Sehen Sie - Ordner, Ordner und noch einmal Ordner, sagt Barbar Lech. Der Beitritt zur Europäischen Union - für die Bauersfrau aus Zabienko in Zentralpolen heißt das vor allem eins: Mehr Bürokratie. Der Tierbestand, die Lage der Ackerflächen, die Art des Anbaus - über alles muss die Familie Lech jetzt genauestens Buch führen.
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Bd. 2'15 Nach dem EU-Beitritt haben wir gespürt, dass Geld zu uns fließt. Wir bekommen mehr Geld für unsere Schweine. Außerdem haben wir Zuschüsse bekommen. Und wir waren zufrieden, dass Polen der EU beigetreten ist. Finanziell ging es uns besser."
Rund 2.000 Euro Flächenprämie erhalten die Lechs für ihre 15 Hektar Land. Sie konnten Schulden bezahlen. Sogar ein wenig Geld zurücklegen. Doch die Freude währte nicht lange:
"Unsere Befürchtungen beginnen sich zu bestätigen. Diesel ist schrecklich teuer geworden. Die Preise haben sich fast verdoppelt. Und praktisch alle Zuschüsse, die wir bekommen haben, wurden uns aufgrund der Preiserhöhungen wieder genommen. "
Barbara Lech sieht müde aus. Die Preissteigerung bei Düngemittel und Diesel. Dazu die Sorgen um die Kinder, die studiert haben und hier, auf dem Land, keine Arbeit finden. Und trotzdem will weder der Sohn noch die Tochter den Hof übernehmen.
" Man wohnt hier super. Und außerdem möchte ich ausdrücklich betonen: Wir hungern nicht. Wir haben zu essen. Unsere Unkosten können wir auch begleichen. Aber angesichts dieser Arbeit sollten wir einen bisschen höheren Lebensstandard haben. Wir wollen keine Millionäre werden."
Natürlich könne man nicht alle Probleme der EU ankreiden, sagt Barbara Lech. Doch die anfängliche Euphorie sei bei vielen polnischen Bauern verflogen.