"E3"-Format
Polens Ministerpräsident Tusk äußert Kritik an Beratungen zur Ukraine ohne sein Land

Der polnische Ministerpräsident Tusk sieht sein Land in den jüngsten Beratungen zum Ukraine-Krieg übergangen.

    Polens Ministerpräsident Donald Tusk
    Polens Ministerpräsident Donald Tusk (picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Chancellery of the Prime Minister of Poland)
    Er kritisierte, dass die Gespräche zuletzt im sogenannten E3-Format stattfanden, also zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Tusk teilte mit, dies habe er auch Bundeskanzler Merz in einem Telefonat zu verstehen gegeben. Polen sei ein unverzichtbares Bindeglied, um ernsthaft über die Zukunft der Ukraine und die Region zu sprechen. Tusk berichtete, dass auch die italienische Regierungschefin Meloni vom E3-Format nicht begeistert sei.
    Bundeskanzler Merz sprach nach dem Telefonat mit Tusk hingegen von Einigkeit über den Kurs an der Seite der Ukraine und dass man sich weiter eng koordinieren werde.
    Merz, Frankreichs Präsident Macron und der britische Premierminister Starmer hatten sich am Sonntag mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in London getroffen und anschließend eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin befürworteten sie den Vorschlag Selenskyjs für direkte Gespräche mit Kremlchef Putin.
    Diese Nachricht wurde am 09.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.