
Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, sagte im Deutschlandfunk, die US-Regierung müsse sich fragen lassen, wie der Vorgang auf den russischen Präsidenten Putin wirke. Der CDU-Politiker nahm zugleich Selenskyj in Schutz. Dieser habe nichts getan, was einer Entschuldigung bedürfe.
Der SPD-Außenpolitiker Roth sagte dem Tagesspiegel, Trump und Vize-Präsident Vance hätten Selenskyj auf offener Bühne gedemütigt. Roth, der auch Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag ist, betonte, das sei politisch verheerend und menschlich zutiefst unanständig.
Der Grünen-Europaabgeordnete Lagodinsky sagte im Deutschlandfunk, der Eklat im Weißen Haus besiegele die Abkehr der USA von ihrer Rolle als Führungsmacht der freien Welt. Lagodinsky schlug vor, Europa solle eine eigene Verteidigungsunion gründen. Dazu sollten sich Länder wie Deutschland, Frankreich und Polen zusammentun.
Wenige Stunden zuvor waren Selenskyj und Trump sowie Vance vor laufenden Kameras wegen des Ukraine-Krieges aneinandergeraten. Trump und Vance warfen Selenskyj unter anderem Respektlosigkeit und Undankbarkeit vor. Zahlreiche europäische Spitzenpolitiker, darunter Kommissionspräsidentin von der Leyen, zeigten sich anschließend solidarisch mit Selenskyj. Der ungarische Regierungschef Orban sagte dagegen, Trump sei mutig für den Frieden eingetreten - auch wenn dies für viele schwer zu verdauen sei.
Diese Nachricht wurde am 01.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
