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Politologe
Annexionen als Mittel von Machtpolitik

Die russische Annexion der Krim hat Europa in Verwirrung gestürzt. Es müsse in Europa damit gerechnet werden, dass Annexionen als Mittel einer Macht- und Expansionspolitik nicht aus dem Repertoire von Außenpolitik verschwunden sei, so der Politiologe Herfried Münkler im DLF.

Herfried Münkler im Gespräch mit Christoph Schmitz | 18.04.2014
    Der Politologe Herfried Münkler
    Der Historiker und Politologe Herfried Münkler hat einen Lehrstuhl für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität in Berlin. (dpa / picture alliance / Thomas Schulze)
    Die westliche Politik beschwört die Regierung in Moskau fast täglich, den Konflikt mit und in der Ukraine zu deeskalieren. Präsident Putin wird für sein starkes Auftreten im eigenen Land mehrheitlich gefeiert.
    Hegt Russland imperiale Absichten? Welche imperialen Ambitionen regen sich in anderen Weltregionen? Welche Perspektiven hat die Weltgemeinschaft? Über diese und andere Fragen sprach Christoph Schmitz mit dem Historiker und Politologen Herfried Münkler, der an der Humboldt-Universität in Berlin einen Lehrstuhl für Theorie der Politik innehat.
    Der Politologe stellt fest, dass in der politischen Rhetorik Russlands die Krim-Annexion als Verteidigung dargestellt werde. Außerdem ist er überzeugt, die Schwierigkeit für die Regierung in Kiew bestehe darin, dass, wenn sie energischer auftrete, etwa besetzte Einrichtungen wieder freikämpfe, sie riskieren würde, dass es unter den prorussischen Besetzern Tote gebe. Dann würde die ukrainische Regierung den Russen gewissermaßen ein Einfallstor öffnen.
    Das vollständige Gespräch mit dem Politologen Herfried Münkler können Sie mindestens bis zum 18. September 2014 in unserem Audio-on-Demand-Player hören.