"No Kings"-Proteste
Politologin Clüver Ashbrook: Auch Republikaner wenden sich wegen des Iran-Kriegs von Trump ab

Die "No Kings"-Demonstrationen in den USA könnten heute zur bisher größten Protestaktion gegen US-Präsident Trump werden. Das erwartet die USA-Expertin der Bertelsmann-Stiftung, Cathryn Clüver Ashbrook. Sie sieht Trump wegen des Iran-Kriegs zunehmend innenpolitisch unter Druck.

    Die Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook (im seitlichen Porträt fotografiert, im Hintergrund eine braune Holzwand).
    Die Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook sieht US-Präsident Trump wegen des Iran-Kriegs auch bei den Republikanern in der Kritik. (picture alliance / dts-Agentur / -)
    Im Deutschlandfunk sagte die Politologin, der Iran-Krieg könnte auch die motivieren, an den Protesten teilzunehmen, die sich politisch zum unabhängigen Lager zählen. Clüver Ashbrook begründete dies unter anderem mit der gestiegenen Inflation. Das seien Konsequenzen, die die Amerikaner im Portemonaie spürten.
    "Selbst die Republikaner scheinen sich in der Iran-Frage von ihrem Präsidenten abzuwenden", betonte Clüver Ashbrook. Einer Umfrage zufolge sagte mittlerweile ein Viertel der Republikaner, Trump sei mit dieser Militäraktion zu weit gegangen. Auch immer mehr Meldungen von verletzten amerikanischen Soldaten machten es für Trump in seiner Partei zunehmend schwer. "Wir sehen eine Abwanderung, wenn auch nur zaghaft."
    Viel lauter sei allerdings die, wie Clüver Ashbrook es nennt, "MAGA-Medienopposition" mit bekannten Podcastern, die großen Einfluss auf Anhänger der MAGA-Bewegung von Trump haben. Die USA-Expertin erklärte, viele dieser Podcaster würden sich vehement gegen den Krieg stellen.
    Zum dritten Mal seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump sind für heute in den Vereinigten Staaten landesweite Proteste unter dem Motto "No Kings" geplant. Laut den Organisatoren wurden mehr als 3.000 Kundgebungen angemeldet. Auf ihrer Internetseite heißt es, was als ein einziger Tag des Widerstands begonnen habe, habe sich zu einem anhaltenden landesweiten Widerstand gegen die Tyrannei entwickelt. Im vergangenen Oktober beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter mehr als sieben Millionen Menschen an Aktionen in allen 50 Bundesstaaten.
    Diese Nachricht wurde am 28.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.