Berlin
Polizei und Justiz weisen nach CSD-Anschlag Kritik zurück

Nach dem Anschlag beim Christopher Street Day in Berlin hat die Polizei Vorwürfe zurückgewiesen, den mutmaßlichen Attentäter unzureichend überwacht zu haben. Polizeipräsidentin Slowik Meisel sagte im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, man habe den Mann nicht aus dem Blick gelassen.

    Der Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses ist wegen des tödlichen Anschlags eines mutmaßlichen Islamisten zu einer Sondersitzung mit Polizeipräsidentin Slowik Meisel und Innensenatorin Spranger zusammengekommen.
    Sondersitzung des Berliner Innenausschusses (picture alliance / dpa / Michael Ukas)
    Der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes, Redlich, erklärte, er habe nicht den Eindruck, dass er den Observationsteams durch die Finger geglitten sei. Trotz der Maßnahmen konnte der 21-Jährige in einen Lieferwagen steigen und anschließend die Tat begehen.
    Auch die Justiz verwahrte sich gegen Kritik an ihrer Arbeit. Diese Kritik erschöpfe sich häufig darin, nahezu reflexhaft nach vermeintlich Verantwortlichen zu suchen, schrieben die Präsidentin des Berliner Kammergerichts, Diekmann, und Generalstaatsanwältin Koppers in einer gemeinsamen Erklärung. Durch eine derart undifferenzierte Bewertung werde die Unabhängigkeit der Justiz und damit eine Säule des Rechtsstaats infrage gestellt.
    Der mutmaßliche Täter war ein polizeibekannter Islamist und trotz der Verurteilung zu einer Jugendstrafe auf freiem Fuß.
    Diese Nachricht wurde am 29.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.