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Porrima

Ein Sternsystem, das schon lange als schönstes Doppel am Nachthimmel gilt, scheint jetzt zum Single zu werden. Der Grund: die beiden Sterne ziehen besonders nahe aneinander vorbei. Nur ganz große Teleskope können die beiden Sterne noch getrennt erkennen.

Von Damond Benningfield |
    Nach der römischen Göttin der Prophezeiung trägt dieses Sternssystem den Namen Porrima. Er ist der zweithellste Stern im Sternbild Jungfrau - obwohl er nach seiner griechischen Bezeichnung Gamma Virginis eigentlich der dritthellste sein müsste.

    Die beiden Einzelsterne von Porrima sind fast identische Zwillinge. Jeder ist etwas größer, heißer und etwa eineinhalbmal so massereich wie unsere Sonne und beide sind weiß leuchtende Sterne.

    Etwa 170 Jahre brauchen die Porrimasterne, um sich einmal zu umkreisen. Im Durchschnitt sind sie soweit voneinander entfernt wie Pluto von der Sonne. Jetzt durchlaufen sie ihre größte Nähe, in der dieser Abstand nur noch ein Zehntel beträgt. Diese Nähe und der derzeitige Blickwinkel von der Erde aus lassen Porrima zurzeit selbst durch große Teleskope als einen einzigen Stern erscheinen. Erst im späten 22. Jahrhundert wird das wieder geschehen.

    Sie können das Doppelsternsystem Porrima mit bloßem Auge finden. Suchen Sie den hellen Jupiter in den Abendstunden am Südosthimmel. Porrima funkelt oberhalb vom Riesenplaneten.