Dienstag, 31. Januar 2023

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Porträt: Trompeterin Heidi Bayer
Musik aus Süßem, Salz und Saurem

Ihrem ganz persönlichen Geschmack folgt Heidi Bayer beim Musikmachen, eine der wenigen namhaften Trompeterinnen des deutschen Jazz. Im Gespräch berichtet sie von der Entwicklung ihres Stils: durch das Loslassen vom Alltag in kreativ-einsamen Stunden in der Eifel.

09.09.2021

    Eine junge Frau mit blonder Ponyfrisur schaut lächelnd leicht nach oben und hält eine Trompete im Arm.
    Trompeterin Heidi Bayer hat eine Vorliebe für Bands ohne Harmonieinstrument. (Franka Hils)
    Ihre musikalische Freiheit erschloss sie sich in der Begegnung mit anderen, so die Kölnerin Heidi Bayer. Als Bandleaderin und Sidewoman prägt sie die rheinische Szene mit exquisitem Spiel und spannenden Projekten. Ihr wichtigstes Anliegen: die eigene Stimme entwickeln.
    Denn Soli nachspielen – das hat ihr schon im Studium keinen Spaß gemacht. Durch Bigbands fand die Tompeterin in der Schulzeit zum Jazz. Doch statt sich in Lehrpläne zwängen zu lassen, versuchte sie lieber, entspannt und konzentriert "bei sich" zu bleiben.

    Das Eigene entwickeln

    Heidi Bayer, geboren 1987 in Franken, gehört zum zweiten Jahrgang der nordrhein-westfälischen Jazz-Exzellenzförderung "NICA artist development", hat einen Bachelor in Kulturmanagement, studierte Jazz in Mainz, Miami und Essen und ist heute in Köln vielbeschäftigt.
    Zu ihren eigenen Bands gehört das Quartett Virtual Leak und ihr Duo mit dem Pianisten Sebastian Scobel. Derzeit ist sie Mitglied in mehreren wichtigen freien Kölner Großformationen, u.a. dem Subway Jazz Orchestra. Daneben spielt sie in Sven Deckers Juli Quartett, Shannon Barnett‘s Wolves & Mirrors oder dem Janning Trumann Nonett.
    Zwischen ihren vielen Terminen zieht sich die Musikerin immer wieder in die Vulkaneifel zurück, um in Ruhe in einem abgeschiedenen Häuschen an ihrem Spiel zu feilen, durch Improvisation neue Ideen zuzulassen und zu komponieren.