Anklageschrift
Portugiesische Neonazis sollen Anschlag auf Regierungschef Montenegro geplant haben

Ein Jahr nach der Festnahme von mutmaßlichen Rechtsterroristen in Portugal hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben und Details über umfangreiche Anschlagspläne bekannt gemacht.

    Luis Montenegro, Ministerpräsident von Portugal, hält eine Rede, nachdem er vom portugiesischen Präsidenten de Sousa im Ajuda-Palast in Lissabon vereidigt wurde.
    Luis Montenegro, Ministerpräsident von Portugal (Armando Franca/AP/dpa)
    Portugiesische Medien berichten, in der Anklageschrift werde der Gruppe vorgeworfen, die Wohnung von Premierminister Montenegro ausgespäht und einen Granatenangriff auf den Regierungschef diskutiert zu haben. Insgesamt sollen die Terroristen 120 Menschen des öffentlichen Lebens als potenzielle Angriffsziele ausgemacht haben. Darunter seien vierzig Politiker, aber auch Prominente aus Journalismus, Kultur und Wissenschaft sowie Bürgerrechtsaktivisten.
    Die Gruppierung, zu der auch ein hochrangiger Polizist zählen soll, habe sogenannte "Volkstribunale" erwogen, um Prozesse wegen eines angeblichen Verfalls der portugiesischen Nation abzuhalten. Im Ganzen richtet sich die Anklage gegen neun Personen wegen 29 Straftaten.
    Diese Nachricht wurde am 19.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.